Politik

Spionage für den Erzfeind Iran Israelischer Ex-Minister muss jahrelang in Haft

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Segev kam bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt.

(Foto: REUTERS)

Einst saß er als Energieminister im israelischen Kabinett, nun muss Gonen Segev die nächsten Jahre im Gefängnis verbringen. Ein Gericht spricht den 63-Jährigen schuldig, für die Islamische Republik Iran spioniert zu haben.

Wegen Spionage für eine fremde Macht ist der frühere israelische Energieminister Gonen Segev zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stimmte ein Gericht in Jerusalem einer entsprechenden Vereinbarung zwischen beiden Prozessparteien zu. Im Gegenzug zeigte sich der Ex-Minister geständig. Er saß bereits wegen anderer Vergehen in Haft.

Segev war unter den damaligen Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin und Schimon Peres zwischen 1995 und 1996 Energie- und Infrastrukturminister. Nach Angaben von Staatsanwältin Geula Cohen räumte er in der Verhandlung ein, fünf Jahre lang Informationen an den Iran weitergegeben zu haben. Es sei ein "bedeutender Sieg" der Justiz, dass ein iranischer Spion nun in Haft komme, sagte Cohen.

Motive bleiben unklar

Segevs Verteidiger Mosche Masor sagte, sein Mandant habe vor Gericht Bedauern über seine Taten geäußert. Der Prozess gegen Segev lief aus Gründen der Geheimhaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Seine Motive sind nicht bekannt.

Israels Geheimdienst Schin Beth hatte dem Ex-Minister vorgeworfen, Informationen über den israelischen Energiemarkt, sicherheitsrelevantes Gelände sowie zu Amtsträgern in Politik und Sicherheitsbehörden an den Iran weitergereicht zu haben. Segev habe damals in Nigeria gelebt und dort Kontakt mit iranischen Botschaftsangehörigen gepflegt. Er war 2018 bei der Einreise am Flughafen von Tel Aviv festgenommen worden.

Segev kam bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. 2003 wurde er wegen versuchten Kreditkartenbetrugs zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Ein Jahr später wurde er angeklagt, weil er mit Hilfe eines Diplomatenpasses mit gefälschtem Ablaufdatum 30.000 Ecstasy-Pillen aus den Niederlanden nach Israel schmuggeln wollte. In einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft räumte er die Vorwürfe damals ein. Auch wegen versuchten Kreditkartenbetrugs wurde er schuldig gesprochen.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP