Politik

Ex-Präsident der Ukraine Janukowitsch erwägt Rückkehr

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Janukowitsch wertet seine Absetzung vor einem Jahr als Putsch.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor einem Jahr wurde Viktor Janukowitsch gestürzt. Danach floh er nach Russland. Nun denkt der ehemalige ukrainische Präsident offenbar über eine Rückkehr nach. Er hat auch schon Prioritäten.

Ein Jahr nach seiner Flucht aus der Ukraine hat der entmachtete Präsident Viktor Janukowitsch eine Rückkehr nicht ausgeschlossen. "Sobald sich eine Möglichkeit bietet zurückzukehren, werde ich zurückkehren und alles tun, um das Leben in der Ukraine zu verbessern", sagte er dem staatlichen russischen Fernsehen. "Derzeit ist die wichtigste Aufgabe, den Krieg zu beenden".

Janukowitsch rief zudem die neue Führung in Kiew zu direkten Gesprächen mit den prorussischen Separatisten in der umkämpften Ostukraine auf. Die Regierung müsse den Aufständischen eine großzügige Selbstverwaltung garantieren, sagte er. Er warf dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko indirekt vor, "Gesetzlosigkeit und Ungerechtigkeit" in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik verbreitet zu haben. "Der Westen wollte diesen Wechsel, nun soll er auch für die Folgen haften", sagte Janukowitsch.

Janukowitsch setzte sich vor genau einem Jahr nach Russland ab, nachdem bei den Protesten in Kiew innerhalb von drei Tagen mehr als 100 Demonstranten erschossen worden waren. Die Demonstrationen richteten sich gegen Janukowitsch und dessen prorussischen Kurs. Janukowitsch begründete seine Flucht damit, er habe um sein Leben fürchten müssen.

Leben in Luxus

Wer die Schüsse auf die Demonstranten abgab, ist bis heute nicht geklärt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax, es gebe eindeutige Hinweise auf eine "russische Verbindung". Ein Vertrauter von Präsident Wladimir Putin habe ausländische Scharfschützen beauftragt.

Nach seiner Absetzung wurde bekannt, in welchem Luxus Janukowitsch lebte. So besaß er ein stattliches Palais samt Privatzoo und einer großen Autosammlung. Sein Sturz führte zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland sowie zum Aufstand der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine, woher Janukowitsch stammt.

Janukowitsch betrachtet seine Absetzung als illegal und spricht genau wie die russische Regierung von einem Putsch. Janukowitsch ist wegen Vorwürfen wie Unterschlagung von Interpol zur weltweiten Fahndung ausgeschrieben. Interfax hatte zuletzt unter Berufung auf russische Regierungskreise gemeldet, Russland werde eine Auslieferung von Janukowitsch ablehnen.

Quelle: n-tv.de, mli/rts/AFP/dpa

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