Politik

Bayer findet Bewerber zu links Karl-Heinz Brunner will SPD-Chef werden

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Brunner gehört seit sechs Jahren dem Bundestag an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Bewerberfeld wird größer, aber nicht unbedingt prominenter: Mit dem Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner bekundet ein weiterer älterer Mann aus der dritten Reihe sein Interesse am SPD-Parteivorsitz. Sein Motiv: Die anderen Bewerber seien zu links.

Rund zwei Wochen vor Bewerbungsschluss hat ein weiterer SPD-Politiker angekündigt, für den Vorsitz der Partei zu kandidieren. Der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner aus Bayern sagte der "Augsburger Allgemeinen", er wolle sicherstellen, dass im Auswahlprozess "die ganze Vielfalt der Partei widergespiegelt wird". Vor den im September beginnenden Regionalkonferenzen zur Vorstellung der Kandidaten sehe er einen "deutlichen Überhang der GroKo-Gegner und des linken Parteispektrums".

Dem Bericht zufolge will der 66-Jährige zunächst ohne weibliche Co-Kandidatin ins Rennen gehen. Das von der Partei gewählte Verfahren, dass sich bereits im Vorfeld Bewerberpaare bilden sollen, halte er ohnehin für "unglücklich", sagte Brunner. Der gebürtige Münchner war 1982 in die SPD eingetreten. Von 1990 bis 2002 war er Bürgermeister der Stadt Illertissen. Seit 2013 gehört er dem Bundestag an. Dort ist er unter anderem Mitglied des Verteidigungsausschusses.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. Bislang haben mehrere Duos und zwei Einzelbewerber ihre Kandidaturen angekündigt. Am Wochenende bestätigte Bundesfinanzminister Olaf Scholz, dass er sich um das Amt des SPD-Chefs bewerben wird. Er will ebenfalls für eine Doppelspitze antreten, hat aber noch keinen Namen für die Co-Kandidatur genannt.

Quelle: n-tv.de, shu/dpa