Politik

Gemeinsam gegen Isis Kerry schmiedet Irak-Regierung zusammen

Im Irak raufen sich die verfeindeten Gruppen doch noch zusammen. Schiiten, Sunniten und Kurden wollen eine gemeinsame Regierung bilden, um die Isis zurückzuschlagen.

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Kerry und der schiitische Führer Ammar al-Hakim.

(Foto: AP)

Die Isis-Terroristen im Irak marschieren auf Bagdad, nun raufen sich die verfeindeten Gruppen des Landes zusammen. Schiiten, Sunniten und Kurden wollen rasch eine gemeinsame Regierung bilden, um die Angreifer zurückzuschlagen. Das Parlament werde kommenden Dienstag zusammentreten, sagte US-Außenminister John Kerry, der zurzeit im Irak weilt. Er hatte zuvor die politische Elite des Landes zur Eile gedrängt. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte sich dieser Forderung angeschlossen.

Isis-Extremisten haben allein im Juni mindestens 1075 Menschen getötet. Die weitaus meisten seien Zivilisten gewesen, berichten die Vereinten Nationen. Die Gruppierung kämpft im Irak und in Syrien um die Errichtung eines grenzüberschreitenden Kalifats. Ihr Vorstoß in Richtung Bagdad wurde inzwischen nördlich der Hauptstadt von Soldaten und schiitischen Freiwilligen gestoppt. Die Kämpfe um die größte Raffinerie des Landes in Baidschi gehen dagegen weiter. Zwar hatten die Aufständischen am Montagabend die Einnahme des Komplexes gemeldet. Zwei Regierungsvertreter erklärten jedoch, es sei Verstärkung eingeflogen worden. Diese habe den Angriff abgewehrt.

Syrische Flugzeuge greifen Ort im Irak an

Das irakische Militär bekommt aber auch Hilfe aus Syrien. Kampfflugzeuge sollen den Ort Al-Kaim im syrisch-irakischen Grenzgebiet angegriffen haben, den Isis-Milizen eingenommen hatten. Die USA knüpfen ihre Hilfe an die neue Regierung. Ein Militärschlag der USA im Irak ohne eine neue irakische Regierung wäre nach Ansicht Kerrys nicht zu verantworten. Es wäre "komplett und total unverantwortlich", wenn US-Präsident Barack Obama "einfach ein paar Schläge anordnen" würde, ohne dass diese durch eine irakische Regierung und das dortige Militär unterstützt werden könnten.

Durch die Bodengewinne der Isis ist der Irak faktisch in drei Teile geteilt: Das Gebiet nördlich von Bagdad und an der Grenze zu Syrien wird von den Islamisten kontrolliert, im Norden liegt die autonome Kurdenregion, während der Süden des Landes weiter der Zentralregierung folgt. Damit droht ein Zerfall des Staates in überwiegend sunnitische, schiitische und kurdische Regionen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/rts

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