Politik

"Es droht Blut zu fließen" Kos verzweifelt am Flüchtlingsstrom

30.000 Einwohner und mittlerweile 7000 Flüchtlinge beherbergt die griechische Ferieninsel Kos. Jeden Tag werden es mehr und Staat und Bevölkerung sind mit der Situation überfordert. Per Post schickt der Bürgermeister jetzt einen alarmierenden Hilferuf nach Athen.

Auf der griechischen Insel Kos hat es Zusammenstöße zwischen der Polizei und Flüchtlingen gegeben. Die Situation drohe außer Kontrolle zu geraten, schrieb der Bürgermeister der Insel in einem Brief an die Regierung in Athen. Wenn nicht sofort Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung getroffen würden, drohe "Blut zu fließen", warnte Giorgos Kyritsis.  

Mehr als 7000 Migranten sind mittlerweile auf Kos angekommen, die immer wieder mit der Polizei aneinandergeraten. Im kleinen Stadion der Insel, in dem viele Migranten untergebracht worden sind, ist es nach Augenzeugenberichten zu Schlägereien zwischen Migranten gekommen. Zudem seien auch Polizisten angegriffen worden, die Schlagstöcke einsetzten, um sich zu wehren, hieß es. Die Migranten hatten nach ihrer Überfahrt aus der Türkei teils mehrere Wochen an den Stränden und auf den Straßen der Insel übernachtet.

Die Migranten fordern lautstark Papiere, um die Insel zu verlassen und weiter nach Mitteleuropa zu reisen, doch die Behörden und die Bevölkerung der kleinen Ägäis-Insel sind mit der hohen Zahl der Flüchtlinge überfordert. Hunderte kommen täglich von der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte vergangene Woche die EU zu Hilfe gerufen, da sein Land überfordert sei. Nach UN-Angaben trafen seit Jahresbeginn knapp 124.000 Flüchtlinge in Griechenland ein.

Quelle: ntv.de, ats/dpa/AFP