Politik

Rolle im Bundestagswahlkampf Kubicki stellt Ansprüche

An Selbstbewusstsein mangelt es Wolfgang Kubicki nicht. Jetzt stellt der FDP-Politiker aus Schleswig-Holstein klar, dass er im Bundestagswahlkampf seiner Partei ordentlich mitmischen will. Riskant ist das vor allem für Parteichef Philipp Rösler.

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Seit 1996 ist Kubicki FDP-Chef im Kieler Landtag.

(Foto: dpa)

Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki will im B undestagswahlkampf seiner Partei eine wichtige Rolle übernehmen. "Ich will nicht tatenlos zusehen, wie meine Partei vor die Hunde geht", sagte der Fraktionschef der Liberalen in Schleswig-Holstein dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Als Spitzenkandidat der FDP in seinem Bundesland habe er unter Beweis gestellt, dass eine Landespartei unter seiner Führung ein gutes Ergebnis erzielen könne. Die FDP hatte im Mai in Kiel 8,2 Prozent geholt.

Kubicki verwies darauf, dass er auf Veranstaltungen gut ankomme. Er mache in den Bundesländern "mehr Wahlkampf als jemals zuvor", sagte er dem Magazin. Die Menschen fänden sich bei ihm "in einer FDP wieder, die sie schon verloren glaubten".

Eine Koalitionsaussage zu Gunsten der Union wie bei der letzten Bundestagswahl lehnte Kubicki ab. "Ich bin dagegen, dass man das schriftlich fixiert. Solche Kindereien sollten wir lassen", sagte er. Kubicki hatte erst vor einigen Wochen die Möglichkeit eines Bündnisses mit der SPD ins Gespräch gebracht. Parteichef Philipp Rösler ist aber dagegen. Die FDP hatte sich im September 2009 kurz vor der letzten Bundestagswahl in einem Wahlaufruf schriftlich dazu bekannt, eine Regierung mit der CDU/CSU bilden zu wollen und eine Koalition mit SPD und Grünen ausgeschlossen.

Kubicki ist seit jeher für seine klaren Worte bekannt. Er gilt als großer Kritiker der Parteispitze. So werde Rösler seiner Meinung nach "von weiten Teilen der Bevölkerung und Wirtschaft leider nicht als jener Krisenmanager wahrgenommen, der er als Parteichef sein müsste", monierte er. "Die Menschen trauen der FDP und ihrem Personal kaum noch zu, auf Krisen wie die gegenwärtige angemessen zu reagieren."

Im Oktober hatte Kubicki schon Generalsekretär Patrick Döring attackiert. Nach dessen Kritik an den Nebeneinkünften des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück stellte ihn der Mann aus Kiel zur Rede. "Ich fand es ziemlich peinlich von Patrick Döring sich öffentlich so zu äußern", sagte Kubicki damals und legte noch nach: "Ich weiß nicht, was er geraucht hat."

Quelle: ntv.de, cro/AFP/dpa

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