Politik

Aussage zu Treffen mit Russen Kushner: Meine Handlungen waren korrekt

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Jared Kushner äußert sich schriftlich zur Russland-Affäre seines Schwiegervaters.

(Foto: imago/UPI Photo)

Was weiß Trumps Schwiegersohn Jared Kushner über mögliche Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl 2016? Darüber sagt er hinter verschlossenen Türen aus, anschließend tritt er vor die Presse.

Der Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, wertet seine Treffen mit Vertretern Russlands als normalen Teil des politischen Betriebs. "Alle meine Handlungen waren korrekt und geschahen im normalen Verlauf der Ereignisse eines sehr einzigartigen Wahlkampfes", sagte Kushner in Washington vor Journalisten.

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Er stritt zugleich erneut ab, er habe geheime Absprachen mit russischen Offiziellen getroffen. Keines seiner Gespräche sei unangemessen gewesen, sagte er. Donald Trump habe die Wahl gewonnen, weil er die bessere Botschaft und den klügeren Wahlkampf gemacht habe. Für seine Geschäfte habe er keine russischen Mittel verwendet. Der 36-Jährige hatte sich zuvor im Senat hinter verschlossenen Türen den Fragen des Geheimdienstausschusses gestellt.

Angeblich keine geheimen Absprachen

Vor seiner Aussage veröffentlichte er eine Stellungnahme, in der er insgesamt vier Begegnungen mit Vertretern Russlands beschreibt. In der schriftlichen Erklärung bestritt der Präsidentenberater jedoch, dabei geheime Absprachen über russische Hilfen für Trump getroffen zu haben, wie US-Medien berichteten.

Auch andere Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam hätten solche Vereinbarungen mit Moskau nicht getroffen. In dem Bericht beschreibe Kushner seine Kontakte etwa zum russischen Botschafter Sergej Kisljak als normal und begrenzt, berichtete die "Washington Post". Nach eigenen Angaben habe er sich nicht einmal an den Namen Kisljaks erinnern können, als er auf das Glückwunschschreiben des russischen Präsidenten Wladimir Putin antworten wollte.

Kushner gehört zu den Figuren im engeren Umkreis des Präsidenten, die zuletzt verstärkt in den Fokus der Russland-Affäre gerückt waren. Mehrere Kongressausschüsse untersuchen zurzeit, ob Trumps Wahlkampfteam mit russischen Stellen zusammengearbeitet hat, um sich Vorteile gegen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu verschaffen.

Umstrittenes Treffen? Zeitverschwendung

In der elfseitigen Stellungnahme äußert sich Trumps Schwiegersohn der "Washington Post" zufolge auch zu dem Treffen zwischen Donald Trump Jr. und der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja während des Wahlkampfs im Juni 2016, bei dem auch Kushner und Manafort anwesend waren. Demnach war der Termin in seinem Kalender als "Besprechung: Don Jr., Jared Kushner" vermerkt.

Nach eigenen Angaben kam Trumps Schwiegersohn zu spät zu dem Treffen. Als er angekommen sei, habe die Anwältin über das Thema Adoptionen gesprochen, was Kushner überrascht und der Erklärung zufolge als Verschwendung seiner Zeit empfunden habe. Daraufhin will Kushner einen Assistenten per E-Mail gebeten haben, ihn anzurufen, damit er eine Ausrede habe, das Gespräch verlassen zu können.

Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass sich die Regierung in Moskau zugunsten Trumps in den Wahlkampf einschaltete. Für Aufsehen sorgten kürzlich veröffentlichte E-Mails von Trumps Sohn Donald Jr. Darin reagierte er begeistert auf die Aussicht, von einer russischen Anwältin negative Informationen über Clinton zu erhalten. Bei dem Treffen mit der Anwältin war auch Kushner dabei.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/rts/chr