Politik

Vor Treffen der G7-Außenminister Lübeck misstraut dem schwarzen Block

3ot42421.jpg5984449069495064899.jpg

Mit Halteverbotsschildern versucht die Lübecker Polizei, Demonstranten fernzuhalten.

(Foto: dpa)

Unter dem Eindruck der EZB-Proteste in Frankfurt zieht die Polizei für das G7-Außenminister-Treffen kommende Woche 3500 Polizisten in Lübeck zusammen. Zwar betonen die Demonstranten ihre Gewaltfreiheit, die Stadt trifft trotzdem erste Vorkehrungen.

Mit einem Großaufgebot von rund 3500 Polizisten rüstet sich Lübeck für das G7-Außenminister-Treffen in der kommenden Woche. Das Treffen dient der Vorbereitung des G7-Gipfels der Staats- und Regierungschefs der großen westlichen Industrienationen Anfang Juni im oberbayrischen Elmau. Ein in der Vergangenheit konfliktträchtiger Termin, bei dem es oft zu schweren Ausschreitungen kam.

Auch für die Zusammenkunft der Außenminister hat das Bündnis "Stop G7" Proteste angekündigt. Die Gegner wollen das Treffen durch Blockaden stören, aber nach eigenen Angaben keine Gewalt ausüben. Alle im Bündnis zusammengeschlossenen Gruppen hätten sich auf einen besonnenen Protest ohne Eskalation verständigt, sagte Bündnis-Sprecher Christoph Kleine. Ausschreitungen wie im März bei der Eröffnung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt solle es nicht geben.

Die Kapitalismuskritiker wollen in der Lübecker Innenstadt gegen die Politik der G7-Staaten protestieren. Dazu werden nach Kleines Angaben Tausende Demonstranten aus Norddeutschland, Dänemark und Schweden erwartet.

Polizei und Anwohner rechnen mit Eskalation

Unterstützer von "Stop G7" kamen kürzlich bereits in der Lübecker Fußgängerzone zusammen. Insgesamt sind in Lübeck bis zum Treffen zehn Demonstrationen angemeldet. Im Sicherheitsbereich um das Tagungszentrum, das Hansemuseum, wurden im Vorfeld Halteverbotsschilder aufgestellt. Die Lübecker Polizei geht von einem friedlichen Verlauf aus. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, befürchtet dagegen Ausschreitungen. Die Polizei werde sich auch wegen der Erfahrungen mit den Blockupy-Protesten gegen die EZB in Frankfurt auf Gewalt einstellen, sagte Malchow. "Würde man das nicht tun, wäre man auch naiv."

Auch zahlreiche Lübecker befürchten offenbar Ausschreitungen während des Treffens. Einige Läden und auch städtische Museen, die an der Demonstrationsroute liegen, wollen deshalb früher schließen oder gar nicht erst öffnen. Der DGB hat eine geplante Kundgebung gegen das Freihandelsabkommen TTIP vorsichtshalber abgesagt.  Diese Befürchtungen seien unbegründet, versicherte Bündnis-Sprecher Kleine. Er gehörte in Frankfurt zu den Sprechern der kapitalismuskritischen Blockupy-Bewegung. "Das ist Panikmache. Wir rufen alle Menschen auf, sich dadurch nicht abschrecken zu lassen, sondern ihr Recht auf Protest wahrzunehmen."

Quelle: ntv.de, dka/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.