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Foto von verletztem AfD-Mann Magnitz wollte gezielt "Betroffenheit" erzeugen

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"Da in diesem Fall nur ich betroffen war und nur so eine mediale Betroffenheit zu erzeugen war, entschied ich mich für die Veröffentlichung", erläuterte Magnitz sein Vorgehen.

(Foto: dpa)

Die Prügelattacke gegen den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz löst bundesweit Entsetzen aus. Die AfD erntet aber auch Kritik für ihre zunächst irreführende Darstellung des Vorfalls. Nun erklärt Magnitz, wie er sein Foto vom Krankenbett gezielt medial einsetzte.

AfD-Politiker Frank Magnitz wollte mit der Veröffentlichung eines Fotos seiner Kopfverletzung nach einer Prügelattacke gegen ihn "mediale Betroffenheit" erzeugen. Das berichtete Magnitz selbst in einem parteiinternen Schreiben, das der "tageszeitung" vorliegt. Der Politiker bestätigte der Zeitung, Verfasser des Schreibens zu sein.

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(Foto: twitter.com / @Joerg_Meuthen)

Darin erklärte der Bremer AfD-Vorsitzende, er habe am Abend der Tat selbst entschieden, in einer Pressemitteilung das Foto von seiner Kopfverletzung zu veröffentlichen. "Mir war klar, dass eine entsprechende Aufmerksamkeit damit erzielt werden würde", heißt es weiter.

"Da in diesem Fall nur ich betroffen war und nur so eine mediale Betroffenheit zu erzeugen war, entschied ich mich für die Veröffentlichung", erläuterte Magnitz sein Vorgehen. "Wir haben die gesamte Nation aufgerüttelt und einen Diskussionsprozess in Gang gesetzt, was uns sonst nie gelungen wäre!"

Magnitz war am Montagabend der vergangenen Woche durch eine Attacke von drei Unbekannten in Bremen auf offener Straße verletzt worden. Die Polizei ermittelt daher wegen gefährlicher Körperverletzung. Politiker aller Parteien verurteilten die Tat scharf und riefen zu einer Mäßigung im politischen Diskurs auf.

Magnitz und die AfD hatten in ersten Stellungnahmen von einem "Mordanschlag" gesprochen und von Schlägen mit einem Kantholz sowie Tritten gegen den Kopf des Opfers gesprochen. Ein von Überwachungskameras aufgezeichnetes Video der Tat zeigt drei Täter, die Magnitz folgten. Einer schlug den Politiker von hinten nieder, danach rannten sie davon.

Später relativierte aber auch die Bremer AfD ihre Darstellung. Diese sei aufgrund von Schilderungen zustande gekommen, die Magnitz kurz nach dem Überfall im Krankenhaus abgegeben habe, teilte sie am Mittwoch mit. Dieser habe sich dabei wiederum auf einen Handwerker berufen, der als Zeuge am Tatort gewesen sei. Im Interview mit dem "Spiegel" betonte einer dieser Zeugen, sie hätten die eigentliche Tat gar nicht beobachtet. Er habe lediglich die Schreie von Magnitz gehört und diesem erste Hilfe geleistet.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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