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Norwegen plant Notgesetz Mehr Flüchtlinge nehmen Arktis-Route

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Die Flüchtlinge müssen mit Fahrrädern aus Russland ausreisen, weil die dortigen Behörden keine Fußgänger über die Grenze lassen.

dpa

Übers Mittelmeer und über den Balkan gelangen die meisten Flüchtlinge nach Europa. Doch immer mehr wählen den Weg über den Polarkreis. Mit dem Fahrrad erreichen sie aus Russland kommend die norwegische Grenze.

Angesichts der gefährlichen Bootsfahrten über das Mittelmeer entscheiden sich immer mehr Einwanderer für eine bis vor kurzem kaum bekannte Fluchtroute nach Europa: über die russisch-norwegische Grenze nördlich des Polarkreises. Nach Angaben der norwegischen Behörden sind seit August auf diesem Wege mehr als 4000 Menschen in das skandinavische Land gekommen. Im gesamten Jahr 2014 waren es zehn.

Wegen des strengen Winters befürchten die Behörden nun, dass sich viele Flüchtlinge in Lebensgefahr begeben - zumal sie das letzte Stück auf Fahrrädern zurücklegen müssen, weil Russland keine Fußgänger über die Grenze lässt. "Es könnten Menschen sterben. Es wird sehr kalt", sagt der Bürgermeister der Gemeinde Sör-Varanger, Rune Rafaelsen.

"Man muss nicht über Meer"

Viele Migranten lassen sich aber auch von Temperaturen von zurzeit schon minus zehn Grad nicht abhalten. "Die Straße ist sicherer. Man muss nicht übers Meer", sagt der 23-jährige Student Akram Ali aus der syrischen Stadt Tartus. Er wollte der Wehrpflicht in dem Bürgerkriegsland entgehen und zahlte insgesamt 2500 Dollar für die gesamte Reise, die Flüge von Beirut nach Moskau und von dort nach Murmansk beinhaltete.

Die norwegischen Behörden sind von der Einwanderungswelle im hohen Norden überrascht. Die Koalition aus Konservativen und der rechtspopulistischen Fortschrittspartei will in der kommenden Woche ein Notgesetz verabschieden, mit dem bestimmte Einwanderer leichter nach Russland zurückgeschickt werden können.

Die geplanten Beschränkungen werden auch in sozialen Medien bekanntgemacht. Doch der Erfolg dieser Aktionen ist ungewiss. "In Norwegen gibt einem die Regierung eine Chance", sagt der Automechaniker Bikram Shrestha aus Nepal, der fünf Monate lang in Moskau lebte. "In Russland wird kein Englisch gesprochen. Und es ist schwer, Arbeit zu finden."

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Quelle: n-tv.de, vpe/rts

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