Politik

S-300-Raketensystem für Syriens Machthaber Moskau plant Waffendeal mit Assad

Der Kreml setzt sich offenbar über alle Bedenken hinweg und liefert ein Luftabwehrsystem an Syrien. Der Westen fürchtet, dass die S-300-Raketen gegen ausländische Kampfflugzeuge eingesetzt werden könnten, sollte es zu einer Intervention in dem Bürgerkriegsland kommen.

Trotz westlichen Protests plant Russland einem Zeitungsbericht zufolge den Verkauf eines modernen Luftabwehrsystems an Syrien. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, liegen Israel entsprechende Informationen vor. Israel habe die USA über den bevorstehenden Schritt informiert. Die USA prüfen derzeit noch, ob die Informationen zutreffen.

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad bemüht sich seit Jahren um den Kauf des russischen S-300-Raketensystems, das sich sowohl zur Bekämpfung von feindlichen Flugzeugen als auch von ballistischen Raketen einsetzen lässt. Westliche Staaten haben Russland wiederholt gedrängt, die Lieferung zu unterlassen. Das Abwehrsystem könnte im Fall einer internationalen Intervention in Syrien auch gegen ausländische Kampfflugzeuge zum Einsatz kommen.

Obama und Cameron wollen reden

Russland ist einer der letzten Unterstützer Assads. Die EU hat ein Waffenembargo gegen Syrien verhängt. Es gibt aber Stimmen in der EU, die eine Lockerung zugunsten der Rebellen fordern. Deutschland lehnt dies angesichts der unübersichtlichen Lage in Syrien ab, wo sich der Konflikt zwischen Regierungseinheiten und Rebellen längst zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen hat.

Indessen planen US-Präsident Barack Obama und der britische Premier David Cameron ein bilaterales Gespräch zu Syrien. Der Brite reist dazu am Montag nach Washington. Derzeit wirbt die US-Regierung für ihren gemeinsamen Plan mit Russland für eine Syrien-Konferenz, die noch im Mai einberufen werden soll, um das Blutvergießen in dem Land zu beenden. Dabei sollen nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow die syrische Regierung und die Opposition dazu gebracht werden, eine politische Lösung des Konflikts zu suchen.

Quelle: n-tv.de, rts/AFP

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