Politik
Militärische Schutzmacht in Syrien: Die Tatorte des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes in Duma sind unter russischer Kontrolle.
Militärische Schutzmacht in Syrien: Die Tatorte des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes in Duma sind unter russischer Kontrolle.(Foto: REUTERS)
Montag, 16. April 2018

Neue Signale in Richtung Trump: Moskau will den Dialog - und stichelt

Überraschende Töne aus Moskau: Russland hofft offiziellen Angaben aus dem Kreml zufolge "trotz all der Schäden" in den Beziehungen zu den USA auf "irgendeine Art von Kommunikation". In Damaskus warten Chemiewaffenexperten der OPCW derweil auf grünes Licht.

Diplomatische Wende im Syrien-Krieg oder symbolischer Schachzug? Russland hat sich trotz der westlichen Raketenangriffe in Syrien bereit für einen Dialog mit den USA gezeigt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte in Moskau die Hoffnung, "dass trotz all der Schäden, die Washington dem bilateralen Verhältnis zugefügt hat, irgendeine Art von Kommunikation beginnen kann".

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Der Kreml hatte die Luftangriffe auf seinen Verbündeten Syrien am Wochenende scharf kritisiert, auch die jüngsten US-Sanktionen gegen Russland belasten das Verhältnis. Voraussetzung für einen Dialog ist nach Peskows Worten, "dass unsere amerikanischen Kollegen ihre internen Probleme klären". Möglicherweise spielte er damit auf die Unklarheit über die weitere Strategie der USA im Syrien-Konflikt an.

Der Kreml-Sprecher sagte zudem, dass es derzeit keine konkreten Gespräche über ein Treffen zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump gebe. Die beiden Präsidenten hatten die Möglichkeit eines solchen Treffens bei einem Telefonat am 20. März erörtert.

Peskow wies zudem den Vorwurf zurück, dass Russland und Syrien den internationalen Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) den Zugang zum Schauplatz des mutmaßlichen Giftgasangriffs von Duma verweigerten. "Wir betrachten solche Anschuldigungen als grundlos", sagte der Kreml-Sprecher.

Unter russischer Kontrolle

In dem Vorort von Damaskus war es nach Berichten von Augenzeugen am Samstag vor einer Woche zum Einsatz von chemischen Kampfstoffen gekommen. Das fragliche Gebiet steht mittlerweile vollständig unter Kontrolle russischer und regimetreuer syrischer Truppen.

Den Vorwurf hatte unter anderem die britische Botschaft in Den Haag erhoben. Von der OPCW selbst hieß es, die Chemiewaffenxperten der Organisation seien seit vergangenem Samstag in Damaskus. Noch sei ihnen der Zugang zum Ort Duma, wo es vor gut einer Woche zum Einsatz von chemischen Kampfstoffen gekommen sein soll, nicht gestattet worden. "Russland und Syrien müssen kooperieren", hieß es wörtlich.

Quelle: n-tv.de