Politik

Nur indirekte Gespräche in Wien Neues Ringen um Zukunft des Atomabkommens

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Bereits Ende Februar hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) eine vorläufige bilaterale Vereinbarung mit dem Iran getroffen, um den Atomdeal vorerst zu retten.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

In seinem Wahlkampf hat US-Präsident Joe Biden eine mögliche Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran in Aussicht gestellt. Nun kommt er diesem Versprechen einen Schritt näher. In Wien soll das JCPOA neu verhandelt werden - doch Diplomaten rechnen mit "schwierigen Gesprächen".

Die Gespräche zur Rettung des Iran-Atomabkommens und eine mögliche Rückkehr der USA sollen am Dienstag in Wien in eine neue Runde gehen. Dies teilten der Iran und die EU nach einer Videokonferenz der verbliebenen Vertragspartner Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und Iran mit. Nach Wien sollen auch US-Vertreter kommen. Doch sind höchstens indirekte Kontakte über Mittelsleute geplant.

Für den Iran sei ein direktes Gespräch mit den USA derzeit nicht möglich, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Teheran sei in dieser Haltung sehr fest. "Ich gehe von durchaus schwierigen Gesprächen aus", sagte ein europäischer Diplomat. Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi sagte der Agentur Isna aber zur Onlinekonferenz: "Die Verhandlungen wurden seriös und offen geführt." Alle Seiten wollten das Atomabkommen von 2015 wieder funktionsfähig machen und dabei keine Zeit verschwenden. Die Wiener Gespräche fänden auf Expertenebene statt.

Eine mögliche Rückkehr zum Atomabkommen

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump war im Mai 2018 aus dem Abkommen ausgestiegen, das den Iran vom Bau einer Atombombe abhalten soll. Im Gegenzug sollte der Westen unter anderem Beschränkungen im Handel abbauen. Als Reaktion auf die vom Westen ausgebliebene Umsetzung der Zusagen verstößt der Iran seit 2019 selbst Schritt für Schritt gegen Auflagen im Vertrag, unter anderem mit einer höheren Urananreicherung sowie Uranmetall-Produktion.

Trumps Nachfolger Joe Biden hat eine Rückkehr in den Vertrag in Aussicht gestellt, fordert aber zuerst vom Iran eine uneingeschränkte Einhaltung der Vorgaben. Teheran pocht seinerseits darauf, dass zunächst die von Trump verhängten Sanktionen aufgehoben werden. Das Zeitfenster droht sich zu schließen, weil im Iran im Juni Präsidentschaftswahlen anstehen. Präsident Hassan Ruhani kann nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren.

Der Auswärtige Dienst der EU wertete das Onlinetreffen positiv. Die Teilnehmer hätten die Aussicht auf eine Rückkehr der USA in das Abkommen anerkannt und ihre Bereitschaft unterstrichen, dies positiv gemeinsam anzugehen, hieß es in einer Erklärung. Die Teilnehmer hätten auch versichert, das JCPOA genannte Abkommen zu erhalten. Sie hätten die Optionen diskutiert, es wieder vollständig umzusetzen.

Die Zeit wird knapp

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin: "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Ein wieder vollumfänglich respektiertes Abkommen wäre ein Plus an Sicherheit für die ganze Region und die beste Grundlage für Gespräche über andere wichtige Fragen der regionalen Stabilität."

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Das US-Außenministerium hatte das Treffen der verbliebenen internationalen Vertragspartner mit dem Iran vorab begrüßt. Sprecher Ned Price sagte: "Wir machen seit Wochen klar, dass wir bereit sind, zu einer Einhaltung unserer Verpflichtungen unter dem JCPOA zurückzukehren, wenn Iran dies ebenfalls tut." Man suche nach dem besten Weg, wie dies durch kleine Schritte auf Gegenseitigkeit zu erreichen sei. Dabei setze man auch auf indirekte Gespräche mit Hilfe der europäischen Partner.

Der iranische Präsident Ruhani hatte diese Woche erneut betont, dass die USA "binnen eines Tages" zum Deal zurückkehren und die Sanktionen gegen den Iran aufheben könnten. In dem Fall würde auch der Iran wieder seine Verpflichtungen in dem Vertrag von 2015 einhalten, sagte der iranische Präsident.

Quelle: ntv.de, cls/dpa

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