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Schwarzer stirbt bei Verhaftung New Yorker protestieren gegen Polizeigewalt

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"Ich kann nicht atmen": Ein Video belegt, dass Garner mehrmals darauf hingewiesen hat, keine Luft zu bekommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mitte Juli wird ein Familienvater am hellichten Tag in New York verhaftet und erstickt durch das rigorose Vorgehen der Polizisten. Wie in Ferguson löst der Fall erbitterte Proteste und eine Debatte über Polizeigewalt aus.

Im New Yorker Bezirk Staten Island sind tausende Menschen für den Schwarzen Eric Garner auf die Straße gegangen. Der 43-Jährige war Mitte Juli bei der Festnahme durch mehrere Polizisten gestorben. Ein Video der Festnahme zeigt, wie der unter Asthma leidende Mann am Boden liegt, um Luft ringt und immer wieder "Ich kann nicht atmen" sagt.

Ein medizinisches Gutachten vom 1. August attestiert, dass Garner durch den Würgegriff und den Druck auf seinen Brustkorb während der Verhaftung starb. Dem Polizisten, der Garner würgte, wird vorgeworfen, einen illegalen Würgegriff angewandt zu haben. Polizisten behaupteten, Garner habe unversteuerte Zigaretten verkauft und sei deshalb festgenommen worden.

Seit Garners Tod am 17. Juli finden immer wieder Demonstrationen gegen Polizeibrutalität statt. Viele Demonstranten würdigten auf ihren Schildern neben Garner auch den in Ferguson getöteten 18-jährigen Brown.

Der Unmut über die tödlichen Schüsse auf Brown in der US-Kleinstadt Ferguson trieb am Wochenende erstmals Unterstützer beider Seiten auf die Straße. In St. Louis demonstrierten rund hundert Menschen für den weißen Polizisten, der den Jugendlichen erschossen hatte.

US-Präsident Barack Obama ordnete nach Angaben eines Regierungsvertreters unterdessen die Überprüfung der Ausstattung örtlicher Polizisten mit militärischer Ausrüstung an. Die Beamten in Ferguson waren den dortigen Demonstranten mit massiver Gewalt und Schutzausrüstung gegenübergetreten, was vor allem in den Medien scharf kritisiert worden war. Es werde nun geprüft, ob die nationalen Programme zur Ausrüstung der Beamten tatsächlich "angemessen" seien, sagte der Regierungsvertreter.

Quelle: n-tv.de, apo/AFP

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