Politik

Ausweisung von Gastarbeitern Nordkorea bittet Russland um Milde

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Nordkoreanische Arbeiter bauen eine Fabrik: Die Jobs im Ausland gelten trotz der harten Bedingungen als sehr begehrt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Tausenden Gastarbeitern bessert Nordkorea seine Staatskasse auf. Neue Sanktionen verlangen, dass Nutznießer wie Russland die billigen Arbeitskräfte ausweisen. Mit einem Gnadengesuch versucht das Regime, seine Einnahmequelle zu sichern.

Nordkorea hat Russland gebeten, entgegen der neuen UN-Sanktionen keine Gastarbeiter auszuweisen. In einem Gesuch an die Duma hieß es einem Abgeordneten zufolge, Russland solle rund 3500 Nordkoreaner im Land lassen. Der UN-Sicherheitsrat - und somit auch Russland - hatte die Sanktionen gegen den weitgehend isolierten Staat im September verschärft und dabei auch neue Arbeitsverträge für Nordkoreaner im Ausland untersagt. Bereits dort tätige Arbeiter dürfen allerdings bleiben.

In Russland sind derzeit bis zu 40.000 Gastarbeiter aus dem kommunistischen Land mit älteren Verträgen tätig. Die Sanktionen könnten auf die 3500 Nordkoreaner angewendet werden, die ihre Arbeitserlaubnis erst im September und damit nach der Verhängung der Strafmaßnahmen erhielten.

Der Duma-Abgeordnete Kasbek Taisajew sagte der Nachrichtenagentur Interfax, ihm liege ein Gesuch der nordkoreanischen Botschaft vor. Taisajew ist Mitglied der "Russisch-nordkoreanischen Freundschaftsgruppe" von Parlamentariern beider Staaten. Diese werde sich für die Belange Nordkoreas einsetzen, ergänzte Taisajew.

Singapur kappt Beziehungen

Russland ist neben China einer der wichtigsten Handelspartner von Nordkorea. Aufgrund der internationalen Sanktionen haben in den vergangenen Wochen immer mehr Staaten ihre Beziehungen zu der Diktatur gekappt. Erst am Donnerstag vollzog Singapur diesen Schritt. Seit gut einer Woche dürfen keine Güter mehr zwischen den beiden Ländern gehandelt werden, wie aus einem Rundschreiben der Zollbehörde des Stadtstaats hervorging. Händlern, die das Verbot unterlaufen, drohen demnach Strafen zwischen 100.000 Singapur-Dollar (rund 63.000 Euro) und zwei Jahren Haft oder beides.

Der Führung in Pjöngjang gehen damit zunehmend Möglichkeiten aus, die Staatskasse aufzubessern. Die Gastarbeiter gelten als eine der letzten Einnahmequellen. Sie müssen einen großen Teil ihres Lohns beim Staat abgeben und nicht selten unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten. Verschiedenen Untersuchungen zufolge generiert das Land mit ihrer Hilfe jährlich rund 120 Millionen Dollar.

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa

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