Politik

Neuer missglückter Test Nordkorea versenkt "Musudan"-Rakete

Der erfolgreiche Triebwerktest für Feststoffraketen soll laut Kim Jong Un helfen,

Kim Jong Un will vor dem Parteitag am 6. Mai Stärke demonstrieren: Sein jüngster Raketentest missglückte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Erfolgsmeldung hätte Machthaber Kim Jong Un eigentlich gut gebrauchen können: Seit Wochen macht er Propaganda in eigener Sache, will sich auf dem ersten Parteikongress seit 36 Jahren im Amt bestätigen lassen. Doch militärisch läuft es nicht gerade rund.

In Nordkorea ist der neuerliche Test einer Mittelstreckenrakete anscheinend gescheitert. Das Verteidigungsministerium im benachbarten Südkorea erklärte, die ballistische Rakete sei bereits wenige Sekunden nach dem Start abgestürzt. Es habe sich vermutlich um eine "Musudan"-Rakete gehandelt, die eine Reichweite von mehr als 3000 Kilometern habe, sagte ein Vertreter des Ministeriums.

Erst am vergangenen Sonntag hatte die nordkoreanische Führung eine ballistische Testrakete von einem U-Boot aus abfeuern lassen und damit scharfe internationale Proteste ausgelöst. Die südkoreanische Regierung hatte gewarnt, dass noch entschiedenere Reaktionen durch die Weltgemeinschaft drohten.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verstärkt die Tests nicht zufällig gerade jetzt. Für den 6. Mai hat er den ersten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 einberufen. Was genau beim Parteikongress besprochen werden soll und wie lange dieser dauert, ging aus der Erklärung des Politbüros nicht hervor. Beobachter in Südkorea spekulieren aber, dass Kim das Treffen dazu nutzen könnte, seine Machtstellung zu festigen, eine neue Führungsriege der Partei zu bestimmen und neue politische Richtlinien vorzugeben.

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye sagte am Dienstag, es gebe Hinweise, dass Nordkorea die Vorbereitungen für einen fünften Nuklearversuch abgeschlossen habe und einen Test jederzeit durchführen könne. Als Antwort auf einen neuen Atomtest des Landes im Januar und einen umstrittenen Raketenstart im Februar hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft.

70 Tage Propaganda fürs Regime

Im Vorfeld des Parteitreffens startete das Regime eine "70-Tage-Kampagne der Treue". Es sei ein Kampagne, "um die Autorität der Führung hingebungsvoll zu verteidigen", hieß es in den Staatsmedien. Der bislang letzte Kongress im Jahr 1980 dauerte mehrere Tage. Nach Berichten südkoreanischer Medien nahmen mehr als 3000 Delegierte teil. Damals wurde der Aufstieg von Kims Vater Kim Jong Il an die Staatsspitze offiziell eingeleitet. Er starb Ende 2011. Sein Sohn wurde daraufhin zum obersten Führer der Partei, des Militärs und des Volkes ausgerufen.

Es wird nicht ausgeschlossen, dass Kim Jong Un beim Kongress als Parteichef bestätigt wird. Bei den Parteikonferenzen auf Provinzebene wurde Kim Berichten von Staatsmedien zufolge als Delegierter des Kongresses gewählt. Die Provinzkonferenzen hätten zu einer "emotionsgefüllten Zeit" stattgefunden, da die Macht des vom ersten Parteisekretär Kim Jong Un geführten Landes auf dem höchsten Stand sei, hieß es.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts