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So lange man nicht weiß, wie die beiden Opfer mit dem Kampfstoff in Berührung kamen, kann Scotland Yard nicht versprechen, dass die Gegend nun absolut sicher ist.
So lange man nicht weiß, wie die beiden Opfer mit dem Kampfstoff in Berührung kamen, kann Scotland Yard nicht versprechen, dass die Gegend nun absolut sicher ist.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 11. Juli 2018

Erste Vernehmung durch Ermittler: Nowitschok-Opfer ist außer Lebensgefahr

Charlie Rowlie wird die Vergiftung mit dem Nervengift Nowitschok wohl überleben. Während seine Lebengefährtin an den Folgen des Giftes starb, erlangte der 45-jährige Brite das Bewusstsein wieder und konnte bereits mit den Ermittlern sprechen.

Das britische Nowitschok-Opfer Charlie Rowley ist außer Lebensgefahr. Dies teilte die behandelnde Klinik in Salisbury mit. "Er schwebt nicht mehr in Lebensgefahr", erklärte die Pflegedienstleiterin des Krankenhauses, Lorna Wilkinson. Sein Zustand sei weiterhin "ernst, aber stabil".

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Der 45-jährige Rowley war seit Dienstag wieder bei Bewusstsein. Seine Lebensgefährtin war am Sonntag an den Folgen einer Vergiftung mit dem Kampfstoff Nowitschok gestorben, die beide sich eine Woche zuvor zugezogen hatten.

Rowley und die 44-jährige Dawn Sturgess waren am 30. Juni in das Krankenhaus in Salisbury eingeliefert worden. Nach Sturgess' Tod nahmen die Behörden Ermittlungen wegen Mordverdachts auf. Der Fall stellt die Ermittler vor Rätsel: Völlig unklar blieb bisher, wie das Paar mit dem höchst seltenen Nervengift in Berührung kam.

Etwa hundert Anti-Terrorspezialisten sind mit den Ermittlungen befasst, die nach Polizeiangaben "Wochen und Monate" dauern können. Polizisten hätten kurz mit dem Vergifteten sprechen können, teilte Scotland Yard mit. In den nächsten Tagen solle es in enger Absprache mit den Ärzten weitere Gespräche geben.

Scotland Yard verspricht keine Sicherheit

Der Vorfall ereignete sich in Amesbury unweit von Salisbury, wo im März mit demselben Kampfstoff ein Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia verübt worden war. Beide überlebten.

Die Ermittler gehen der Annahme nach, dass das vergiftete britische Paar mit Nowitschok-Resten in Kontakt kam, die bei dem Anschlag im März übrig geblieben sein könnten. Scotland Yards Anti-Terror Spezialist Neil Basu erklärte, es sei weiterhin nicht sicher, dass die beiden Fälle miteinander zu tun hätten. Alles andere sei aber angesichts des seltenen Gifts wenig plausibel. So lange man nicht wisse, wie die beiden Briten mit dem Kampfstoff in Berührung kamen, könne er leider auch nicht versprechen, dass die Gegend nun absolut sicher sei.

Die britische Regierung und ihre Verbündeten machen Russland für den Anschlag auf die Skripals verantwortlich. Moskau weist das entschieden zurück.

Quelle: n-tv.de