Politik

Israel rechtfertigt Schulbeschuss Obama fordert sofortigen Feuerstopp

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Eine sofortige Feuerpause sei ein "strategisches Gebot", lässt das Weiße Haus verlauten.

(Foto: dpa)

Die Kämpfe im Gaza-Konflikt flauen etwas ab, nachdem die Hamas den Raktenbeschuss auf Israel verringert. Ein Ende ist aber nicht in Sicht. US-Präsident Obama fordert eine bedingungslose Waffenruhe, während sich Israel zum tödlichen Beschuss einer UN-Schule äußert.

US-Präsident Barack Obama hat erneut mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu über den Gaza-Konflikt gesprochen. Nach Angaben des Weißen Hauses nannte er eine sofortige und bedingungslose humanitäre Feuerpause in dem Telefonat ein "strategisches Gebot". Ziel sei eine dauerhafte Waffenruhe. Trotz internationaler Bemühungen ist in dem Konflikt bislang keine längere Waffenruhe in Sicht. Am Sonntag flauten die Kämpfe aber ab.

Obama verurteilte den Angaben zufolge ein weiteres Mal die Hamas-Angriffe scharf und bekräftigte Israels Recht auf Selbstverteidigung. Zugleich äußerte er erneut wachsende Sorge über die Zahl der getöteten palästinensischen Zivilisten, über die israelischen Opfer und die humanitäre Lage in Gaza. Ferner unterstrich Obama, dass letztendlich jede dauerhafte Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts eine Entwaffnung von Terroristengruppen und die Entmilitarisierung von Gaza sicherstellen müsse.

"Fehlgeleitete Granate" traf die UN-Schule

Derweil hat die israelische Armee jede Verantwortung für den tödlichen Beschuss einer UN-Schule in Gaza bestritten. Nach eingehender Untersuchung sei erwiesen, dass eine einzige israelische Mörsergranate den Komplex getroffen habe, der als Flüchtlingslager des Hilfswerks UNRWA dient. Dieser sei jedoch bereits geräumt gewesen, heißt es in einer Stellungnahme des israelischen Armeekommandos.

Bei dem Artilleriebeschuss in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen waren am vergangenen Donnerstag 16 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Der Komplex war zu dem Zeitpunkt zwischen israelischen Truppen und Milizen der radikal-islamischen Hamas heftig umkämpft.

Wie es in der israelischen Stellungnahme heißt, hätten die Hamas-Kämpfer in unmittelbarer Nachbarschaft der UNRWA-Schule agiert. Sie hätten mit panzerbrechenden Waffen auf die israelischen Soldaten geschossen, die das Feuer mit Mörsern erwidert hätten. "Die Untersuchung (...) ergab, dass eine einzige, fehlgeleitete Mörsergranate im Hof der UNRWA-Schule einschlug, als dieser völlig leer war", hält die Stellungnahme weiter fest. UNRWA-Vertreter hatten erklärt, dass sie versucht hätten, mit den Israelis eine rechtzeitige Räumung der Schule zu koordinieren. Dies sei aber fehlgeschlagen.

Quelle: ntv.de, fma/dpa/rts