Politik
Kämpfer der Freien Syrischen Armee während der Offensive auf Al-Bab im Nordosten Syriens.
Kämpfer der Freien Syrischen Armee während der Offensive auf Al-Bab im Nordosten Syriens.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 07. Februar 2017

Kämpfer fliehen vom Schlachtfeld: Öleinnahmen des IS brechen ein

Mossul ist zur Hälfte zurückerobert, Al-Bab ist eingekesselt - der IS verliert zunehmend sein Einflussgebiet. Auch die einst enormen Öleinnahmen ebben ab, so ein UN-Bericht. Doch die Islamisten finden bereits Wege, mit der neuen Situation umzugehen.

Die UNO sieht die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) militärisch deutlich in der Defensive. Dies gelte für "verschiedene Regionen, vor allem in Afghanistan, dem Irak, Libyen und Syrien", heißt es in einem Bericht von UN-Generalsekretär Antonio Guterres. "Der IS verliert zunehmend seine Fähigkeit, ausländische Kämpfer zu rekrutieren und die Zahl der Kämpfer, die vom Schlachtfeld fliehen, nimmt zu", heißt es in dem Bericht. Die IS-Kämpfer seien dessen ungeachtet weiterhin eine Bedrohung, auch hätten sie sich "teilweise" auf die neuen Gegebenheiten eingestellt.

Die Einnahmen des IS aus Erdölverkäufen, hauptsächlich aus der Provinz Deir ez-Zor, seien drastisch zurückgegangen, heißt es in dem Bericht weiter. Hätten sie 2015 noch bei rund 500 Millionen Dollar (gut 460 Millionen Euro) gelegen, so seien sie 2016 auf rund 260 Millionen Dollar gesunken. Es müsse damit gerechnet werden, dass der IS versuche, Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen als Geiseln zu nehmen. Die Kommunikationswege der Terrororganisation verlagere sich in verdeckte Bereiche wie das Dark Web, heißt es in dem Bericht. Dennoch müsse damit gerechnet werden, dass der IS seine Anhänger weiterhin wirksam zu Anschlägen aufrufe.

Unterdessen gaben syrische Aktivisten bekannt, dass der IS in seiner syrischen Hochburg Al-Bab in den vergangenen Tagen vollständig eingekesselt worden sei. Die Verbindungsstraße zwischen Al-Bab und Raka wurde nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte von regierungstreuen Kämpfern gekappt.

Der Kampf gegen den IS eint die Konfliktparteien in Syrien, die ansonsten unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite in der Regel nur schwer zu überprüfen. Sie stützt sich nach eigenen Angaben auf ein großes Netz von Informanten in Syrien. 

Quelle: n-tv.de