Politik

Vorwurf der Untreue Österreichs Justiz ermittelt gegen Strache

imago91381291h.jpg

War Vizekanzler in der Regierung unter Sebastian Kurz: Heinz-Christian Strache.

(Foto: imago images / Viennareport)

Die Veröffentlichung des heimlich aufgezeichneten "Ibiza-Videos" bedeutet das Ende der politischen Karriere von Heinz-Christian Strache. Nun befasst sich auch die österreichische Korruptionsstaatsanwaltschaft mit dem Fall. Doch nicht nur gegen den Ex-FPÖ-Chef wird ermittelt.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien hat im Zusammenhang mit dem "Ibiza-Video" Ermittlungen gegen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Ex-Fraktionschef Johann Gudenus eingeleitet. Konkret gehe es um den Vorwurf der Untreue in unterschiedlichen Beteiligungsformen, sagte ein Sprecher der Behörde. Es werde zudem gegen weitere Unbekannte ermittelt.

Die Ermittlungen betreffen das "Ibiza-Video", das "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" am 17. Mai veröffentlicht hatten und in dessen Folge die rechtskonservative Regierung in Österreich zusammenbrach. Die 2017 heimlich gefilmten Aufnahmen zeigen den damaligen Parteichef Strache sowie seinen Vertrauten Gudenus im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Investorin über Formen politischer Einflussnahme.

Strache behauptet dabei unter anderem, dass einige wichtige Unternehmer zwischen 500.000 und zwei Millionen Euro über einen parteinahen Verein an die FPÖ gespendet hätten. Diese reagierten mit Dementis. Einen Tag nach der Veröffentlichung trat Strache als Parteichef und Vizekanzler zurück, Gudenus trat sogar aus der Partei aus.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft interessiert sich auch für den FPÖ-Abgeordneten Markus Tschank, dessen Immunität am Donnerstag aufgehoben wurde. Im "Ibiza-Video" spielt Tschank zwar keine direkte Rolle, Strache erklärt darin jedoch, wie man Parteispenden am Rechnungshof vorbeischleusen könne. Da Tschank in mehreren FPÖ-nahen Vereinen aktiv war, die Spenden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro kassiert haben, geriet er ins Visier der Ermittler. Tschank hatte zuvor selbst befürwortet, seine Immunität im Rahmen der Ermittlung aufzuheben.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

Mehr zum Thema