Politik

Nach Rückzug Bachmanns Pegida muss sich neu sortieren

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In Leipzig hatte die "Legida" ihren ersten großen Auftritt. Doch Pegida betrachtet die kleine Schwester noch argwöhnisch.

(Foto: imago/epd)

Mit dem Rücktritt Lutz Bachmanns verliert die Dresdner Anti-Islam-Bewegung Chef und Gesicht. Gleichzeitig gibt es es Zwist mit dem Leipziger Ableger Legida. Während die meisten Parteien bei ihrer Ablehung der Bewegung bleiben, äußert sich die AfD verbindlicher.

Die islamkritische Pegida-Bewegung muss sich nach dem Rücktritt ihres Chefs und Mitgründers Lutz Bachmann neu formieren. Der 41-Jährige hatte am Mittwochabend alle Ämter niedergelegt - gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

Bei einer Großdemonstration in Leipzig gelang es dem Leipziger Ableger der Gruppierung "Legida" nicht, wie erhofft einige Zehntausend Teilnehmer zu mobilisieren. Zu einer Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz mit anschließendem Aufzug über den Innenstadtring brachte Legida nach Angaben der Stadt 15.000 Anhänger auf die Straße, darunter viele Zugereiste aus Dresden. Mehr als 20.000 Menschen protestierten dagegen. 4000 Polizisten aus ganz Deutschland waren im Einsatz.

Daneben kündigt sich ein Konflikt zwischen Pegida und Legida an. Pegida will nach eigenen Angaben eine Unterlassungsklage gegen Legida prüfen. Deren Organisatoren hätten sich bislang geweigert, den eigenen Forderungskatalog zu übernehmen. "Alles, was heute Abend in Leipzig gesagt und gefordert wird, ist nicht mit uns abgesprochen", sagte Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel. "Das kann sich für die einheitliche Wahrnehmung unserer Bewegung als kontraproduktiv erweisen."

Bachmanns "Hitler"-Foto und die Facebook-Postings hatten Empörung ausgelöst. In den Posts bezeichnete er Ausländer als "Viehzeug", "Gelumpe" und "Dreckspack". "Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe", heißt es dazu in Bachmanns Rücktritts-Erklärung.

Grüne und Linke bleiben bei strikter Ablehnung

Die rechtskonservative AfD begrüßte den Rückzug Bachmanns. "Er hat mit seinen traurigen Äußerungen und ekelhaften Scherzen die Menschen von Pegida, die getrieben von ehrlichen Sorgen auf die Straße gehen, beschämt", sagte Sprecher Christian Lüth. Die AfD hatte in den vergangenen Wochen Kontakt zur Pegida-Bewegung gesucht. Einer öffentlichen Begegnung mit Bachmann, der nach Morddrohungen von Islamisten unter Polizeischutz steht, war die AfD-Spitze jedoch aus dem Weg gegangen.

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) warnte davor, "sich von einem möglichen Rückzug Bachmanns aus der erste Reihe in Dresden blenden zu lassen". "Pegida ist und bleibt eine rassistische Veranstaltung", sagte sie der "Berliner Zeitung". Linksfraktionsvize Dietmar Bartsch wertete den Rücktritt Bachmanns als Beleg für die Haltung von Pegida. "Die rassistischen Äußerungen des Pegida-Gründers Bachmann haben gezeigt, wes Geistes Kind die Organisatoren dieser Hass-Bewegung sind", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". "Wer jetzt noch diesen geistigen Brandstiftern nachläuft, macht sich mit ihnen und ihren Positionen gemein."

Quelle: ntv.de, nsc/dpa

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