Politik

"Der Theaterplatz ist voll" Pegida zieht Tausende auf die Straße

b4a30a8f61b10c39b18c8d98e9e9a082.jpg

Ein voller Theaterplatz in Dresden.

(Foto: AP)

Tausende Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung machen Sachsen zu einer Hochburg der Proteste gegen die Asylpolitik. Wenn das Land heute die Konstituierung seines Landtages vor 25 Jahren feiert, wird auch darüber zu reden sein.

Sachsen bleibt angesichts neuer Proteste gegen Flüchtlinge und die deutsche Asylpolitik in den Schlagzeilen. Am Montagabend versammelten sich in Dresden, Leipzig und Chemnitz erneut Tausende Menschen auf Kundgebungen der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung.

Nach Schätzungen der Studentengruppe "Durchgezählt" marschierten allein in Dresden zwischen 10.000 und 12.000 Anhänger von Pegida auf. "Der Theaterplatz ist voll", bestätigt n-tv Reporter Benjamin Geese vor Ort. "Es sind viele Leute gekommen - mehr, als man nach der Rede von Akif Pirinçci in der vergangenen Woche hätte erwarten können." Die Rede des Krawall-Autors stieß bei vielen Pegida-Teilnehmern auf Ablehnung. "Viele sagen, er habe zwar im Tenor recht gehabt, sich aber im Ton vergriffen", berichtet Geese. Pirinçci hatte vergangene Woche mit einer Hetz-Rede für einen Eklat gesorgt.

Die Aussagen der Teilnehmer, die n-tv vor Ort zu hören bekam, sprechen eine eigene Sprache. So sagte ein Mann etwa, die Flüchtlinge hätten kein Recht, nach Deutschland zu kommen. Sie sollten vielmehr den Mut aufbringen, ihr Land zu verteidigen, anstatt hier vom Staat zu leben. Diese Aussage vor der Kamera zu wiederholen, traute er sich jedoch nicht.

Kritik an der Regierung

Viele Teilnehmer verglichen die Flüchtlingskrise auch mit der Wiedervereinigung - allerdings mit einer Einschränkung: Damals sei zusammengewachsen, was zusammengehört. In der aktuellen Lage sei dies aber nicht der Fall. Allgegenwärtig ist die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, die Deutschland nach Ansicht der Teilnehmer in den Ruin treibe. Auch die Aussage, dass die Bundesregierung eine Diktatur sei, fiel häufiger seitens der Teilnehmer.

Bis zu 1300 Gegendemonstranten protestierten gegen die selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Nach Angaben der Polizei, die seit längerem keine Teilnehmerzahlen zu den Demonstrationen mehr bekanntgibt, blieb es im Unterschied zur vergangenen Woche in Dresden ruhig. Unklar ist bisher, ob drei brennende Autos ein paar hundert Meter vom Pegida-Versammlungsort mit dem Geschehen in Verbindung stehen.

In Chemnitz versammelten sich wenige Hundert Anhänger des Pegida-Ablegers Cegida und etwa 120 Gegendemonstranten. Hier blieb es friedlich. In Leipzig dagegen kam es am Rande der Legida-Kundgebung zu Gewalt. Laut Polizei wurden vier Legida-Anhänger von Vermummten angegriffen, zwei Personen aus dem Legida-Lager erlitten Verletzungen.

Vor einer Woche waren zum ersten Jahrestag von Pegida bis zu 20.000 Pegida-Anhänger in Dresden auf die Straße gegangen. Ihnen stand eine etwa gleichgroße Menge an Gegendemonstranten gegenüber. Am Rande kam es zu Ausschreitungen.

Quelle: ntv.de, fma/dpa