Politik

Union macht etwas Boden gut "Politbarometer": Vorsprung der SPD schrumpft

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Mehr als ein Drittel der potenziellen Wählerinnen und Wähler war zum Zeitpunkt der Befragung noch unentschieden.

(Foto: imago images/Eckhard Stengel)

Bei den persönlichen Umfragewerten liegt Olaf Scholz weit vor der Konkurrenz. Ob er ins Kanzleramt einzieht, ist drei Tage vor der Wahl aber noch völlig offen. Im ZDF-"Politbarometer" holen die Unionsparteien leicht auf und rücken dichter an die SPD heran.

Kurz vor der Bundestagswahl verkleinert sich der Vorsprung der SPD vor der Union im neuen ZDF-"Politbarometer" leicht. CDU/CSU kämen in der am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen auf 23 Prozent - ein Prozentpunkt mehr im Vergleich zur Vorwoche. Die SPD liegt unverändert bei 25 Prozent. Die Grünen kämen demnach auf 16,5 Prozent, einen halben Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Die AfD büßt einen Punkt ein und käme auf 10 Prozent. Die FDP verharrt bei 11, die Linke bei 6 Prozent.

Damit hätte als mögliches Zweier-Bündnis lediglich eine Koalition aus SPD und CDU/CSU eine knappe Mehrheit. Reichen würde es auch für eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP, für eine Regierung aus Union, Grünen und FDP sowie für das Bündnis Rot-Grün-Rot. Nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen wissen 35 Prozent der Befragten noch nicht sicher, ob sie wählen wollen und wenn ja, wen.

Bei den persönlichen Werten liegt SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiter deutlich vor seinen Konkurrenten. 64 Prozent trauen ihm das Amt zu. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet bezeichnen lediglich 26 Prozent als kanzlerfähig, Grünen-Chefin Annalena Baerbock 25 Prozent. 47 Prozent der Befragten (minus 1) wünschen sich Scholz als Kanzler, 20 Prozent Laschet (minus 2) und 16 Prozent Annalena Baerbock.

Lindner liebäugelt mit Jamaika

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Falls die SPD tatsächlich stärkste Kraft wird, stellt sie nicht automatisch den Kanzler, betont FDP-Chef Christian Lindner. In der Sendung "Schlussrunde" von ARD und ZDF sagte er an Scholz gerichtet: "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die stärkste Partei 2021 dennoch von über 70 Prozent der Deutschen nicht gewählt worden sein. Daraus leitet sich, Herr Scholz, also eben kein klarer Regierungsbildungsauftrag ab."

Lindner sympathisiert stattdessen mit einem Bündnis der FDP mit Union und Grünen, einer sogenannten Jamaika-Koalition. "Die inhaltlichen Schnittmengen sind bei Jamaika am größten", befand der FDP-Chef. 2017 hatte Lindner die Sondierungsgespräche für ein schwarz-gelb-grünes Bündnis platzen lassen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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