Politik

Anführer aus Bayern in U-Haft Polizei entdeckt rechte Terrorzelle

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"Wir klagen nicht, wir kämpfen", steht auf dem T-Shirt eines Teilnehmers einer Neonazi-Demo.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die weltweit vernetzte rechtsterroristische Gruppe "Feuerkrieg Division" ist offenbar auch in Deutschland aktiv. Mindestens sechs Personen, darunter ein 22-Jähriger aus Bayern, sollen sich in einem Chat über mögliche Ziele für einen Anschlag ausgetauscht haben.

In Deutschland gehören offenbar mindestens sechs Personen der rechtsterroristischen Vereinigung "Feuerkrieg Division" an. Das legen Chatprotokolle nahe, aus denen das "Spiegel"-Magazin zitiert. Demnach hat eines der Mitglieder in dem Chat auch Tötungsabsichten geäußert. Anführer der deutschen FKD-Zelle soll ein 22-jähriger Mann mit dem Chatnamen "Heydrich" sein, der in der bayerischen Region um Cham an der tschechischen Grenze leben soll und im Februar festgenommen wurde. Er soll sich in dem Chat zu seinen Plänen für einen rechtsextremen Anschlag geäußert haben.

Dem Bericht zufolge soll er auch eine der Führungspersonen in der weltweit vernetzten "Feuerkrieg Division" sein. Der Mann sagt über sich selbst, er habe eine militärische Ausbildung bei der Bundeswehr absolviert und im Keller seiner Eltern eine Waffe selbst gebaut. Im Januar habe "Heydrich" demnach im Chat angekündigt, er wolle "zum Heiligen werden". Als einen "geeigneten Ort" dafür bezeichnete er selbst "ein Haus des Glaubens schlechter Menschen".

Auf Grundlage seiner Aussagen wurde der 22-Jährige nach "Spiegel"-Informationen bereits am 5. Februar festgenommen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Bei einer Hausdurchsuchung hätten Ermittler dem Bericht zufolge mehrere Waffen sichergestellt, die derzeit von einem Gutachter überprüft würden.

Neben den sechs Personen aus Deutschland sollen in der Chatgruppe über 70 Personen aus 15 Ländern aktiv gewesen sein. Eines der deutschen Mitglieder soll geschrieben haben, man müsse "töten, um zu siegen". An die Kameraden soll er die Frage gerichtet haben: "Wie sonst willst du das System zerstören?" Neben möglichen Zielen für Anschläge sollen sich die Mitglieder in dem Chat auch über Bau, Schmuggel und illegale Beschaffung von Waffen ausgetauscht haben. Der rechtsextreme Attentäter Anders Breivik soll von ihnen als "Heiliger" gefeiert worden sein.

Laut "Spiegel" wurde die offizielle Auflösung der "Feuerkrieg Division" im Februar 2020 nur fingiert. Interne Chats legten demnach nahe, dass die Vereinigung nach wie vor aktiv ist - nur unter anderem Namen. Gegründet wurde die rechtsextreme Gruppe im Oktober 2018. Mitglieder propagieren den "Rassenkrieg" und rufen zu Anschlägen auf.

Quelle: ntv.de, jug