Politik

"Es gibt keine absolute Sicherheit" Premier Valls: Erwarten weitere Angriffe

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Der Traumstrand von Nizza wird ab jetzt mit der Horrornacht am Nationalfeiertag 2016 in Verbindung gebracht.

(Foto: dpa)

Drei Tage lang trägt Frankreich Staatstrauer. Derweil werden mehr Details über den Attentäter von Nizza bekannt. Möglicherweise wird er erst kurz vor der Tat zum Islamisten. Paris schlägt Alarm und erwartet weitere Attacken.

Frankreich stellt sich nach dem Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten auf weitere Angriffe ein. Der 31-jährige Täter habe sich sehr schnell radikalisiert, sagte Ministerpräsident Manuel Valls der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche". "Es ist ein andauernder Krieg, es wird weitere Attacken geben." Gegen Terrorismus gebe es keine absolute Sicherheit. "Es ist schwer, dies zu sagen, aber es wird weitere Todesopfer geben."

Nach Erkenntnissen der Ermittler, hatte sich der Attentäter gezielt vorbereitet. Aus Justizkreisen hieß es am Sonntag, er habe die Strandpromenade mit dem gemieteten Lastwagen bereits Tage vorher ausgespäht. Womöglich hatte der 31-Jährige auch Helfer: Die Polizei gab zwei weitere Festnahmen bekannt. Dabei soll es sich um ein albanisches Paar handeln, das "logistische Unterstützung" geleistet haben könnte.

Die Ermittler befragten am Wochenende zahlreiche Zeugen und werteten Material aus, das in der Wohnung von Mohamed Lahouaiej-Bouhlel gefunden wurde. Dabei stellten sie fest, dass der Tunesier schon am 12. und 13. Juli die Strandpromenade von Nizza mit dem gemieteten 19-Tonner abfuhr, mit dem er dann am Nationalfeiertag in die feiernde Menge fuhr.

Zudem wurden ein Mann und eine Frau in Gewahrsam genommen. Den albanischen Staatsbürgern sowie einem weiteren Mann aus dem Umfeld des Täters wird vorgeworfen, dem Täter geholfen zu haben. Insgesamt waren am Sonntag sechs Menschen in Polizeigewahrsam. Die Frau des Tunesiers, von der er getrennt lebte, wurde nach Vernehmungen wieder freigelassen.

Empfänglich für die Botschaften des IS

Innenminister Bernard Cazeneuve nannte den Tunesier ein Beispiel für "Einzelpersonen, die empfänglich für die Botschaften der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) sind und äußerst gewaltsame Taten begehen, ohne notwendigerweise an Kämpfen teilgenommen zu haben oder ausgebildet worden zu sein".

Zuvor hatte sich der IS zu dem Anschlag bekannt. Die Regierung in Paris hat dafür bislang aber keine Belege. Der Täter sei "einer unserer Soldaten" gewesen, meldete die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amak am Samstag. "Er hat die Operation ausgeführt als Antwort auf die Rufe, Nationen anzugreifen, die Teil der Koalition sind, die gegen den Islamischen Staat kämpfen." Der Täter war bislang allerdings eher als Kleinkrimineller denn als radikaler Muslim aufgefallen. Valls betonte, der IS gebe instabilen Personen ein ideologisches Rüstzeug, das ihren Taten einen Sinn verleihe. "Genau das ist wahrscheinlich im Fall von Nizza passiert."

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa

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