Politik

"Gab es in Australien nicht" Premier irritiert mit Aussage über Sklaverei

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Musste sich für seine fragwürdige Aussage entschuldigen: Australiens Premier Scott Morrison.

(Foto: picture alliance/dpa)

Australien sei einmal ein ziemlich brutaler Ort gewesen, sagt Premier Morrison. Sklaverei aber habe nie existiert. Kritiker widersprechen und erinnern unter anderem an die Ausbeutung von Aborigines. Nun entschuldigt sich der Regierungschef für die Entgleisung.

Nach heftiger Kritik hat Australiens Premierminister Scott Morrison sich öffentlich für die Behauptung entschuldigt, in seinem Land habe es keine Sklaverei gegeben. "Meine Äußerungen sollten nicht beleidigen. Falls sie das doch getan haben, bedauere ich das zutiefst und entschuldige mich", sagte er. Der Regierungschef hatte sich jüngst zu den "Black Lives Matter"-Demonstrationen und der Entfernung von umstrittenen Denkmälern geäußert, die mit Rassismus und Sklaverei in Verbindung gebracht werden.

"Es war ein ziemlich brutaler Ort, aber in Australien gab es keine Sklaverei", hatte Morrison in einem Hörfunkinterview gesagt. Kritiker widersprachen ihm und wiesen darauf hin, dass in Australien Sklavenhandel existiert habe und etwa im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Tausende Einwohner pazifischer Inseln verschleppt und zur Arbeit auf australischen Zuckerrohrplantagen gezwungen worden seien. Auch die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, seien jahrzehntelang ausgebeutet worden.

"Wenn man Menschen am Hals ankettet und sie zwingt, 300 Kilometer zu laufen, um auf Viehfarmen für nicht-indigene Barone zu arbeiten, ist es ziemlich offensichtlich, dass das Sklaverei ist", sagte der indigene Historiker Bruce Pascoe dem Sender ABC.

Morrison meinte, es sei nicht hilfreich, eine endlose Diskussion über dieses Thema anzufangen. "Ich gebe zu, dass es alle möglichen abscheulichen Praktiken gegeben hat. Ich leugne nichts davon", sagte er. Zugleich mahnte er die Menschen im Land, wegen der bestehenden Abstandsregeln in der Corona-Krise nicht an geplanten Demonstrationen der "Black Lives Matter"-Bewegung teilzunehmen.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa

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