Politik
Mit spektakulären Bildern will die Bundeswehr für sich werben.
Mit spektakulären Bildern will die Bundeswehr für sich werben.(Foto: Bundeswehr)
Freitag, 18. November 2011

Peinliches Werbevideo der Bundeswehr: Regierung spielt Panne herunter

Nur wenige Stunden stand ein spektakuläres Werbevideo für die Bundeswehr im Netz. Nach scharfer Kritik an den "gewaltverherrlichenden" Bildern beeilte sich die Bundesregierung, das Machwerk aus dem Verkehr zu ziehen. Die Regierung will den Schaden in Grenzen halten. Doch das Internet vergisst nicht - eine Kopie des Videos taucht auf Youtube auf.

Die Bundesregierung müht sich, den Wirbel um den Stopp eines umstrittenen PR-Films (siehe unten) für die Bundeswehr zu dämpfen. "Wir haben dieses Video zurückgezogen, weil es kein Wort gibt", begründete Vize-Regierungssprecher Georg Streiter die Entscheidung. Damit entspreche der Film nicht den internen Vorgaben für einen Werbeauftritt. Dass der Kurzfilm überhaupt zwischenzeitlich auf dem Bundesregierungs-Kanal abgerufen werden konnte, soll schlicht und einfach eine Panne gewesen sein. "Da ist einfach übersehen worden: Huch, da sind ja gar keine Worte."

Der 100 Sekunden lange Clip spricht auch ohne Worte für sich. In schnellen Schnitten marschieren schwerbewaffnete Soldaten durchs Bild. Harte Gitarrenriffs begleiten die Bilder - unterbrochen von Samples der deutschen Nationalhymne. "Realistische Szenen aus dem Leben der Soldaten", befand Streiter. Trotzdem hatte sich die Regierung nach der ersten Kritik beeilt, das Video schon nach wenigen Stunden im Netz wieder von ihrem Youtube-Kanal zu entfernen.

Der Dienst als "Ballerspiel"

Die Grünen-Abgeordnete Agnieszka Malczak war auf den Clip aufmerksam geworden. Sie warf dem Verteidigungsministerium vor, es stelle den Dienst bei der Bundeswehr wie ein "Ballerspiel" dar. Besonders störte sie die Untermalung einer Detonation mit der Nationalhymne: "Das lässt jede politische und historische Sensibilität vermissen." Das Argument ließ Streiter nicht gelten. "Das Video hat seinen berechtigten Platz auf den Seiten des Bundesverteidigungsministeriums", sagte er. Dort soll es allerdings auch nicht mehr gezeigt werden - obwohl Ministeriumssprecher Stefan Paris den PR-Film weiter verteidigt. Der Clip habe sich an ein junges Publikum gerichtet und entspreche dem typischen Youtube-Stil, erklärte er.

Bilderserie

Auf der Internetplattform findet der Film auch weiter sein Publikum - schließlich verschwindet im Internet nichts. Findige User haben das Video kopiert und hochgeladen. Die Betrachter schütten Hohn und Spott über den Film aus - einige vermuten, es handele sich bei dem Clip um einen Trailer zu einem PC-Spiel der Marke .

Bilderserie
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Quelle: n-tv.de