Politik

Räumung bei Ex-Mister-Germany Reichsbürger wegen Mordversuchs angeklagt

89572895.jpg

In Halle muss sich Adrian U. für die Schüsse auf einen Polizisten verantworten.

picture alliance / Peter Endig/d

200 Polizisten sind im Einsatz. Grund sind Proteste gegen eine Räumungsanordnung. Dann fallen Schüsse. Ein Beamter wird verletzt. Nun wird dem Schützen der Prozess gemacht.

Knapp acht Monate nach dem massiven Widerstand eines sogenannten Reichsbürgers gegen eine Zwangsräumung in Reuden in Sachsen-Anhalt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Adrian U. würden versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstöße gegen das Waffengesetz zu Last gelegt, teilte das Landgericht Halle mit. Ob und wann es zu einer Hauptverhandlung komme, sei derzeit noch nicht absehbar.

Der 42-jährige U., ein ehemaliger Mister Germany und Anhänger der in Teilen rechtsextremen "Reichsbürger"-Bewegung, soll sich laut Staatsanwaltschaft im August der angeordneten Zwangsräumung seines Grundstücks widersetzt haben. Dabei soll er auf einen der Polizisten geschossen haben, die zur Verstärkung der Gerichtsvollzieher eingesetzt waren. Das Geschoss soll bei dem Beamten eine Schürfwunde am Hals hinterlassen haben, nur wegen seiner Schutzkleidung sei er nicht tödlich verletzt worden.

U. sitzt seit der Attacke in Untersuchungshaft. Er war damals selbst durch einen Schusswechsel mit der Polizei schwer verletzt worden. Der aus Reuden stammende Mann hatte eine erhebliche Menschenmenge gegen seine Zwangsräumung mobilisiert, weshalb ein erster Versuch gescheitert war. Bei dem eskalierten zweiten Versuch kamen etwa 200 Polizisten zum Einsatz. Auf der anderen Seite hatte U. ebenfalls Unterstützer, die die Polizei angriffen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

Mehr zum Thema