Politik

Auswirkungen der Konjunktur Renten könnten bis zu fünf Prozent steigen

Den Rentenversicherungsträger finden Antragsteller in ihrem Rentenbescheid. Foto: Franz-Peter Tschauner

Gute Konjunktur und Beschäftigung sorgen für den Anstieg.

(Foto: dpa)

Die Renten könnten im kommenden Jahr um vier bis fünf Prozent steigen. Rentenversicherungs-Chef Gunkel spricht von der größten Anpassung seit der Jahrhundertwende. Zusätzliche Einnahmen erwartet die Rentenversicherung durch die Flüchtlinge.

Die gut 20 Millionen Rentner können im kommenden Jahr mit einem Rekord-Anstieg ihrer Bezüge rechnen. Das Plus könnte nach Schätzungen zwischen vier und fünf Prozent liegen, teilte der Vorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel, mit. Das wäre "die größte Rentenanpassung seit der Jahrhundertwende".

Das  Bundeskabinett billigte in Berlin nach Angaben aus Regierungskreisen den Haushaltsplan 2016 der deutschen Rentenversicherung. Darin wird nach Angaben der "Passauer Neuen Presse" von einem Anstieg im Westen um 4,35 Prozent und 5,03 Prozent im Osten ausgegangen. Diese Angaben beruhen nach Angaben der Rentenversicherung aber auf vorläufigen Schätzungen.

Vor allem gute Konjunktur und Rekordbeschäftigung seien für den erneuten Rentenanstieg verantwortlich, hieß es. 2016 gibt es den Angaben zufolge aber auch statistisch eine besondere Situation. Durch eine Revision bei der Gesamtberechnung der Durchschnittslöhne fiel die Rentenanpassung 2015 um rund einen Prozentpunkt niedriger aus. Dieser statistische Effekt wird bei der Rentenanpassung im darauffolgenden Jahr automatisch eins zu eins wieder ausgeglichen. Zum 1. Juli waren die Renten im Westen um 2,1 Prozent und im Osten um 2,5 Prozent gestiegen.

Zusätzliche Einnahmen durch Flüchtlinge

Mittelfristig erwartet die Rentenversicherung durch die hohe Zahl an Flüchtlingen eine Entlastung der Rentenkassen. "Mit der Integration in den Arbeitsmarkt werden zusätzliche Beitragseinnahmen entstehen", sagte DRV-Präsident Axel Reimann auf einer Tagung der Deutschen Rentenversicherung Bund in Würzburg.

Der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Gunkel, verwies auf der Tagung darauf, dass durch die vielen Flüchtlinge kurzfristig keine Auswirkungen auf die Rentenkassen zu erwarten seien, da ein Großteil zunächst auf Hartz IV angewiesen sein werde. Soweit es aber gelingen werde, die Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen, könnten zusätzliche Beiträge die Rentenversicherung entlasten.

"Selbstverständlich stehen dem aber langfristig auch entsprechende Rentenleistungen gegenüber", sagte Gunkel. Bei vielen der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge handelt es sich um junge Männer, die nicht so schnell ins Rentenalter kommen werden.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/AFP

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