Politik

Flüchtlingsboot sinkt im Mittelmeer Retter finden nur wenige Überlebende

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Die Flüchtlinge sollten mehrfach auf offenem Meer umsteigen - bis sie sich weigerten.

(Foto: picture alliance / dpa)

500 Menschen gehen über Bord als vergangene Woche ein Flüchtlingsboot sinkt. Mittlerweile sind einige Überlebende aus dem Wasser gezogen worden, doch ihre Zahl ist erschreckend klein.

Nach dem Untergang eines Flüchtlingsboots mit mehr als 500 Migranten an Bord im Mittelmeer sind bisher nur zehn Überlebende gerettet worden. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit. Das Boot wurde möglicherweise vor einigen Tagen von Schleppern im Mittelmeer versenkt. Demnach wurden zwei der Überlebenden nach Malta gebracht, sechs nach Kreta und zwei weitere nach Sizilien.

Unter den Überlebenden sind zwei Palästinenser, die nach ihrer Rettung am Samstag als erste von der Tragödie berichtet hatten. Bisher seien nur drei Leichen gefunden worden, sagte IOM-Sprecher Leonard Doyle.

Nach Angaben eines palästinensisches Behördenvertreters stammten Dutzende der Insassen aus dem Gazastreifen. "Wir haben Informationen, dass 15 (Palästinenser) ertrunken sind und Dutzende weitere vermisst werden, nachdem sie versuchten, nach Italien zu gelangen", sagte ein Sprecher der Fatah-Partei. "Die schlechten Lebensbedingungen der Palästinenser zwingen die Menschen auszuwandern."

Den geretteten Palästinensern zufolge war das Flüchtlingsschiff mit Menschen aus Syrien, Ägypten, dem Sudan und den Palästinensergebieten am 6. September in Ägypten aufgebrochen. Während der Fahrt hätten die Passagiere mehrmals das Boot wechseln müssen. Als sie sich am Mittwoch geweigert hätten, in ein noch kleineres Boot zu steigen, hätten die wütenden Schleuser das Schiff absichtlich gerammt. Vor Malta sei das Schiff untergegangen. Die beiden Palästinenser wurden am folgenden Tag von einem Frachter aus dem Meer gerettet.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP