Politik

Wahl zur Kühnert-Nachfolge Rosenthal ist neue Juso-Vorsitzende

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Die derzeitigen Corona-Regelungen für Arbeitgeber hält Rosenthal für ein "Armutszeugnis".

(Foto: picture alliance/dpa)

Jessica Rosenthal übernimmt nach ihrer Wahl auf dem Bundeskongress den Chefposten der SPD-Jugendorganisation. Sie tritt damit in die Fußstapfen von Partei-Vize Kevin Kühnert. In ihrer Rede kritisiert die 28-Jährige die aktuelle Lockdown-Verordnung deutlich.

Die SPD-Nachwuchsorganisation Jusos hat die Bonnerin Jessica Rosenthal zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die 28-jährige Lehrerin trat damit die Nachfolge von Kevin Kühnert an, der nach drei Jahren vorzeitig abtritt. Er will sich auf seine Rolle als Vizeparteichef konzentrieren und kandidiert in Berlin für ein Bundestagsmandat.

Rund 300 Delegierte des digitalen Juso-Bundeskongresses konnten die neue Vorsitzende, die ohne Mitbewerber antrat, seit Anfang Dezember per Briefwahl bestimmen. Rosenthal erhielt knapp 78 Prozent der 266 abgegebenen gültigen Stimmen. Sie gilt ebenso wie Kühnert als Kritikerin der Großen Koalition und kämpfte 2018 gegen die Neuauflage von Schwarz-Rot. Ein Jahr später unterstützte sie die Kandidatur von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken für den SPD-Bundesvorsitz.

Ansage an Bund und Länder

Auf dem Kongress forderte die vormalige nordrhein-westfälische Landeschefin Bund und Länder auf, Arbeitgeber in der Corona-Krise stärker in die Pflicht zu nehmen. "Es ist doch ein Armutszeugnis, dass man sich nicht dazu durchringen konnte, mehr zu formulieren als eine freundliche Bitte, doch Homeoffice möglich zu machen", sagte sie in Berlin. Arbeitnehmer müssten besser geschützt werden. "Homeoffice ist am Ende eben keine freundliche Bitte", betonte Rosenthal. Wenn die Beschäftigten in einigen Betrieben nicht von zu Hause arbeiten könnten, "dann muss es doch auch mal möglich sein, drei Wochen Freistellung hinzubekommen".

Sie forderte zudem FFP-2-Masken und morgendliche Schnelltests für Schüler. Wenn man Schulen wieder öffnen wolle, müsse man die Lerngruppen verkleinern. Die Corona-Krise zeige beispielhaft, dass junge Menschen mit ihren Perspektiven in der Politik völlig unterrepräsentiert seien. "Als Jusos werden wir aber genau diese Perspektiven laut und vernehmbar einbringen", kündigte Rosenthal an. "Denn jetzt entscheidet sich die Zukunft einer ganzen Generation."

Die Jusos vertreten in der SPD dezidiert linke Positionen. Sie haben für die Partei große Bedeutung bei der Organisation und Mobilisierung etwa im Bundestagswahlkampf. Vor ihrer Wahl forderte Rosenthal Angebote von Kanzlerkandidat Olaf Scholz an die Jusos und junge Menschen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts

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