Politik

Explosionen in Mykolajiw Russische Armee nimmt Lyssytschansk in die Zange

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Zahlreiche Orte in der Ostukraine stehen unter Dauerbeschuss der russischen Artillerie.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die schweren Kämpfe am Boden in der Ukraine konzentrieren sich derzeit auf den Osten des Landes und dort vor allem auf die Stadt Lyssytschansk. Doch zuletzt forderten russische Raketenangriffe auch im Süden und Westen des Landes viele Opfer. Am Morgen wird offenbar Mykolajiw getroffen.

Die südukrainische Stadt Mykolajiw ist von schweren Explosionen erschüttert worden. Kurz vor den Detonationen ertönten Alarmsirenen in der Region. Bürgermeister Olexander Sjenkewytsch rief die Bewohner über den Messengerdienst Telegram am Morgen dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Die Ursache der Detonationen war zunächst nicht klar. Im Osten versucht die russische Armee in schweren Kämpfen unterdessen vor allem die Stadt Lyssytschansk einzunehmen.

Am Freitag waren in der Nähe der etwa 130 Kilometer von Mykolajiw entfernten Hafenstadt Odessa nach ukrainischen Angaben bei russischen Raketeneinschlägen mindestens 21 Menschen getötet worden. Unter anderem wurde den Angaben zufolge ein Wohngebäude getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte diese Angriffe in seiner nächtlichen Videoansprache als "absichtlichen und gezielten russischen Terror". Es handle sich nicht um "eine Art Fehler oder einen zufälligen Raketenangriff".

Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Erst wenige Tage zuvor wurden mindestens 19 Menschen getötet, als eine russische Rakete in einem Einkaufszentrum in der Stadt Krementschuk in der Zentralukraine einschlug. Die Behörden in Kiew sehen in den Vorfällen eine ganze Serie von bewussten Angriffen auf Zivilisten. Russland hat solche Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Es würden nur militärische Ziele angegriffen, heißt es in Moskau.

Seit Beginn des Kriegs am 24. Februar wurden Tausende Zivilisten getötet. Russland hatte zuletzt seine Angriffe vor allem im Osten der Ukraine erheblich verstärkt. Im Zentrum der Kämpfe steht derzeit die Stadt Lyssytschansk. Russische Soldaten versuchen, die letzte größte ukrainische Bastion in der Region Luhansk einzukesseln, nachdem sie kürzlich nach einer wochenlangen Schlacht die Nachbarstadt Sjewjerodonezk auf der anderen Flussseite eingenommen hatten.

Viele Großbrände in Lyssytschansk

"Privathäuser in angegriffenen Dörfern brennen eins nach dem anderen nieder", teilte der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, auf Telegram mit. "Bei einer so hohen Beschussdichte haben wir nur Zeit, die Verletzten zu schützen." An mehreren Stellen brenne es gleichzeitig. "Wir haben kaum Zeit, Großbrände in Lyssytschansk zu beseitigen."

Im Raum Charkiw versuche die russische Armee unterdessen, mit Unterstützung der Artillerie verlorene Positionen zurückzuerobern, teilte der ukrainische Generalstab mit. Zahlreiche Orte würden beschossen, um die ukrainische Armee dort zu binden. In der Region Donezk sei eine russische Attacke abgewehrt worden, hieß es. Aus dem Raum Awdijiwka wurden russische Luftangriffe gemeldet. Im Schwarzen Meer wiederum blockiere Russland weiterhin die Seeverbindungen der Ukraine.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa

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