Politik

Gefährliches Manöver über Ostsee Russische Su-27 "überrollt" US-Jet

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Russische Su-27.

(Foto: AP)

Kampfpiloten müssen nicht auf andere Jets schießen, um sie in Gefahr zu bringen. So wie jetzt über der Ostsee – dort ist ein russisches Flugzeug weniger als zehn Meter entfernt über einen US-amerikanischen hinweggedonnert.

Ein russisches Flugzeug hat nach US-Angaben erneut gefährlich nah eine amerikanische Militärmaschine im internationalen Flugraum über der Ostsee überflogen. Nach Angaben des Europäischen Kommandos der USA in Stuttgart ereignete sich der Vorfall am Freitag.

Den Angaben zufolge näherte sich das russische Flugzeug vom Typ Su-27 der amerikanischen Maschine "in unsicherer und unprofessioneller Weise" auf weniger als zehn Meter. Eine Sprecherin des Pentagon in Washington erklärte, es habe sich um ein so genanntes Überroll-Manöver gehandelt.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen nach einem ähnlichen Zwischenfall mit einem russischen Flugzeug und dem Kriegsschiff USS Donald Cook in der gleichen Gegend.

Laut der staatlich finanzierten russischen Webseite "RT.com" handelte es sich bei dem amerikanischen Flugzeug um einen Aufklärer. Auf dem Nachrichtenportal wird ein hochrangiger Verteidigungspolitiker mit den Worten zitiert, es habe sich nicht um einen Scheinangriff gehandelt. "Es war nicht gefährlich, alles ist gut", sagte demnach der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Duma, Admiral Wladimir Komojedow. Seinen Angaben zufolge provozierten die US-Flüge in dem Gebiet das russische Militär. US-Nato-Partner wie die baltischen Staaten und Polen fühlen sich dagegen von Russland bedroht.

Nach Angaben des Pentagon gab es zuletzt wiederholt Zwischenfälle mit russischen Militärflugzeugen, die Anlass für ernste Sicherheitsbedenken böten. "Wir sind sehr besorgt über dieses Verhalten", hieß es.

Das US-Flugzeug habe zu keinem Zeitpunkt russischen Luftraum verletzt. Ein solcher Zwischenfall könne ernsthaften Schaden nach sich ziehen. Noch schwerwiegender sei aber, dass das unprofessionelle Verhalten eines einzelnen Piloten unnötigerweise Spannungen zwischen Ländern vergrößern könne.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa