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"Ernsthafte Risiken" für Belieferung Europas Russland dreht Ukraine das Gas ab

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(Foto: picture alliance / dpa)

Am Wochenende sprengten Unbekannte mehrere Strommasten in der Ukraine und unterbrechen so die Versorgung der Krim. Russland droht daraufhin mit einem Stopp der Gaslieferungen - und macht dies nun wahr.

Russland hat seine Gaslieferungen an die Ukraine gestoppt. Als Grund gab der Energiekonzern Gazprom Zahlungsrückstände der Ukraine an. Laut Gazprom-Chef Alexei Miller brächten diese "ernsthafte Risiken" für die Belieferung Europas mit Gas mit sich, das durch die Ukraine nach Westen geleitet wird.

Der ukrainische Konzern Naftogaz habe alles vorab bezahlte Gas bezogen, teilte Gazprom mit. Die Einigung vom Oktober sah Vorauszahlungen vor. Erst im Oktober war der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine beigelegt worden. Die Lieferungen wurden am 12. Oktober wieder aufgenommen.

In den vergangenen Tagen nahmen jedoch die Spannungen zwischen Kiew und Moskau wegen der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim wieder deutlich zu. Auf der Krim hatten vermutlich Krimtataren und ukrainische Nationalisten die Stromversorgung unterbrochen, indem sie mehrere Strommasten in der ukrainischen Region Cherson sprengten.

Die ukrainische Regierung stoppte am Montag die Warenlieferungen auf die Krim. Russland drohte am Dienstag mit einer Unterbrechung seiner Energielieferungen in die Ukraine. Energieminister Alexander Nowak warf der Regierung in Kiew vor, "aus irgendwelchen politischen Motiven heraus" nicht alles zu unternehmen, damit die gesprengten Strommasten repariert werden könnten.

Russland könne politisch oder wirtschaftlich darauf reagieren, sagte er dem Sender Vesti FM. Das Land liefere Kohle in die Ukraine. "In dieser Situation könnten wir uns dazu entscheiden - und vielleicht sollten wir das auch tun - die Kohlelieferungen zu stoppen", erklärte er.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP