Politik

Bizarres Aufnahmeritual SEK-Beamte fesseln Kollegen tagelang

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Zu den Aufgaben der SEK-Beamten gehören unter anderem die Terrorismusbekämpfung und die Befreiung von Geiseln.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zum Spezialeinsatzkommando SEK kommen nur die härtesten Beamten. Jetzt sorgt die Elitetruppe für negative Schlagzeilen. Der Grund: drastische Fesselspiele und Mobbing gegen eine jungen Kollegen.

Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Kölner Polizei sollen einen jungen Kollegen tagelang schikaniert haben. Unter anderem soll er im Rahmen eines Aufnahmerituals gegen seinen Willen festgebunden worden sein. Entsprechende Vorwürfe habe der junge Polizist erhoben, berichten die "Rheinische Post" und der "Kölner Stadt-Anzeiger".

Das Spezialeinsatzkommando, in dem sich die Vorfälle abgespielt haben sollen, sei von seinen Aufgaben entbunden worden, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums. Die Kölner Polizei hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ein Sprecher des Innenministeriums in NRW sagte: "Wir dulden kein Mobbing bei der Polizei. Außerdem gehen wir gegen solche inakzeptablen Aufnahmerituale beim SEK konsequent vor."

Die Kölner Polizei gerät damit innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal in die Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft prüft die Hintergründe des spektakulären Auftauchens einer Polizei-Spezialeinheit auf der Spitze einer Kölner Rheinbrücke im vergangenen Jahr. Dabei hatte eine Gruppe der Spezialeinheit einen fast 80 Meter hohen Pfeiler der Severinsbrücke erklommen und sich aus einem Polizeihubschrauber fotografieren lassen.

Der Vorgang war der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr als Höhenübung dargestellt worden. Inzwischen gibt es Hinweise, dass es sich eher um die aufwendige Inszenierung eines Abschiedsfotos für den ehemaligen Chef der Spezialeinheiten gehandelt haben könnte.

"Offenbar ist die Führung des größten Politzeipräsidiums des Landes überfordert", sagte der Polizei-Experte der CDU im Landtag, Greogor Golland der "Rheinischen Post". Er forderte von Innenminister Ralf Jäger Aufklärung. "Das Gewaltmonopol der Polizei setzt besondere Transparenz voraus. Der Landtag muss wissen, was da in Köln los ist". Wenn sich die Vorwürfe bestätigten, erwarte er "personelle Konsequenzen".

Quelle: ntv.de, gho/dpa

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