Politik

Partnersuche an der Küste SPD will im Nordosten mit CDU weitermachen

d1b405588bd32240aa38de262b03b1d4.jpg

Unter Ministerpräsident Erwin Sellering hatte die SPD die Landtagswahl gewonnen mit 30,5 Prozent der Stimmen.

(Foto: dpa)

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bekommt die SPD die meisten Stimmen. Es folgen Gespräche mit der CDU und den Linken über eine mögliche Koalition. Nun nimmt die SPD Koalitionsverhandlungen mit dem bisherigen Partner auf.

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern will weiter mit der CDU regieren. Die Parteigremien beschlossen in Güstrow, mit den Christdemokraten über die Fortsetzung der großen Koalition zu verhandeln, wie ein Sprecher von Ministerpräsident Erwin Sellering von der SPD mitteilte. Nach der Landtagswahl hatte die SPD sowohl mit der CDU als auch mit der Linken Sondierungsgespräche geführt.

Er glaube, dass "viele Punkte, die uns am Herzen" liegen, mit der CDU umsetzbar seien, sagte Sellering im NDR. Die SPD wolle die Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt stärken, etwas für Familien und Kinder erreichen und die Angleichung der Ost- und die Westrenten vorantreiben. Sellering betonte, die SPD habe auch mit der Linken "gute Gespräche" geführt. Die Absage bedauere er "ein bisschen, aber es konnte nur einer sein". Außerdem habe das Wahlergebnis gezeigt, dass die Menschen "die positive Koalition fortgesetzt haben wollen", erklärte er.

Der CDU-Landesvorsitzende und Landesinnenminister Lorenz Caffier ist zufrieden. Er werde seinem Landesvorstand auf einer Sondersitzung am Sonnabend empfehlen, die Einladung anzunehmen, hieß es in einer Pressemitteilung.

Linkspartei ist enttäuscht

Enttäuscht reagierte die Landesvorsitzende der Linkspartei, Heidrun Bluhm. Mit einer weiteren SPD/CDU-Koalition sei "Mecklenburg-Vorpommern auf einer Reise in die Vergangenheit", schrieb sie. Sellering habe die Zeichen, die die Wähler gesendet hätten, nicht verstanden. Die Linkspartei war von 1998 bis 2006 an der Schweriner Landesregierung beteiligt - damals noch als PDS.

SPD und CDU regieren seit zehn Jahren zusammen. Bei der Landtagswahl vor knapp zwei Wochen hatte die SPD 30,6 Prozent der Stimmen erreicht. Die CDU kam auf 19,0 und die Linkspartei auf 13,2 Prozent. Alle drei Parteien mussten damit deutliche Verluste hinnehmen. Wahlgewinner war die AfD mit 20,8 Prozent.

Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU müssen bis Ende Oktober abgeschlossen sein, denn der neu gewählte Landtag wird am 4. Oktober zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen. Der Ministerpräsident muss laut Landesverfassung spätestens vier Wochen danach gewählt werden.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP