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Clinton bleibt die Favoritin Sanders' Siege ändern nichts

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Die Erfolge von Bernie Sanders sind ungewöhnlich. Zum Sieg wird es aller Voraussicht nach dennoch nicht reichen.

(Foto: dpa)

Sieben Bundesstaaten in Folge hat der demokratische Sozialist Bernie Sanders gewonnen. Nach dem jüngsten Sieg in Wyoming reklamiert er wieder einmal, das "Momentum" sei auf seiner Seite. Das stimmt jedoch nicht.

In den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl in den USA hat die demokratische Bewerberin Hillary Clinton seit fast drei Wochen keinen Sieg mehr errungen. Die letzte Vorwahl, die von der früheren Außenministerin gewonnen wurde, war die Primary in Arizona am 22. März.

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Hillary Clinton hat in Wyoming nicht selbst Wahlkampf gemacht, sondern nur ihren Mann geschickt. Sie konzentriert sich auf New York.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Ihr Konkurrent, Senator Bernie Sanders, hat seither stets gewonnen, sieben Vorwahlen in Folge, zuletzt am Samstag in Wyoming. An seinen Chancen auf den Einzug ins Weiße Haus hat das aber nicht geändert: Noch immer ist es sehr wahrscheinlich, dass Clinton die Vorwahlen gewinnt.

Bislang hat sie in den Vorwahlen 1305 Delegierte gewonnen, Sanders hat lediglich 1086 (mehr Ergebnisse hier). Um auf dem Nominierungsparteitag im Juli zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gewählt zu werden, braucht Clinton 2383 Delegierte. Dazu kommen noch die sogenannten Super-Delegierten, die nicht von der Basis gewählt, sondern von der Partei bestimmt werden. Unter diesen ist Clintons Vorsprung noch deutlicher: 469 zu 31.

Die Zahlen verdeutlichen auch, dass dem Senator aus Vermont, der sich als "demokratischer Sozialist" bezeichnet, seine sieben Siege nicht viel nutzen. In Wyoming etwa waren 14 Delegierte zu vergeben. Sieben gewann Sanders – und Clinton holte ebenfalls sieben. Der Grund dafür liegt in den verworrenen Vorwahlregeln.

Mathematisch gesehen hat Sanders keine Chance

Die sind aber nicht der Grund, warum Sanders keine Chance hat. Der 74-Jährige siegt tendenziell eher in Staaten, die nach dem Caucus-Modell wählen, also in Bürgerversammlungen, bei denen die Teilnahme ein höheres Engagement voraussetzt als die klassische Wahl nach dem Primary-Modell. Außerdem kommt er besser in Staaten an, die weißer und kleinstädtischer sind. Um Clinton einzuholen, müsste Sanders in den meisten verbliebenen Staaten mit großem Abstand gewinnen. Konkret: Er müsste 56 Prozent der noch zu holenden Delegierten gewinnen.

Bislang war seine Quote allerdings deutlich darunter, und es spricht nicht viel dafür, dass sich dies ändern wird – zumal nur noch ein Staat nach dem Caucus-Modell wählt, North Dakota am 7. Juni. Und eine weitere schlechte Nachricht für Sanders: Zwei Primary-Staaten, in denen es besonders viele Delegierte gibt, gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit an Clinton: New York am 19. April und Kalifornien am 7. Juni.

Nach der Vorwahl in Wyoming beanspruchte Sanders wieder einmal das "Momentum" für sich, die Eigendynamik der Erfolge, die ihn begleite. Aber er irrt: Der Statistik-Blog Fivethirtyeight weist darauf hin, dass Sanders landesweit bislang 42 Prozent der Wählerstimmen gewonnen hat. Um die Vorwahlen zu gewinnen, müsste er in den noch anstehenden Wahlen rund 60 Prozent der Wähler von sich überzeugen. Kurzum: Mathematisch gesehen hat Sanders keine Chance.

Quelle: n-tv.de, hvo

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