Politik

"Ich war kein einfacher Präsident" Schulz verabschiedet sich aus Straßburg

Starke Worte findet Martin Schulz in seiner Abschiedsansprache vor den Abgeordneten in Straßburg. Er ist stolz darauf, was er in den letzten Jahren erreicht hat. Jedoch befürchtet er, Hass mache sich in Europa breit, und kündigt an, dagegen zu kämpfen.

Mit einem leidenschaftlichen Bekenntnis zu Europa hat sich der scheidende Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, von den Europaabgeordneten verabschiedet. Das Europaparlament sei heute "sichtbarer, hörbarer und einflussreicher denn je". Dieses Ziel habe er sich bei seiner Wahl vor fünf Jahren gestellt. "Und gemeinsam haben wir das geschafft", sagte der SPD-Mann unter tosendem Applaus der Abgeordneten.

Bei der Europawahl 2014 sei der Spitzenkandidat der einzelnen Parteien erstmals zugleich deren Kandidat für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten gewesen. Damit sei die EU demokratischer geworden, der Einfluss ihrer Bürger sei gestärkt worden. Dies habe die transnationale Demokratie gestärkt, sagte Schulz. Diese Errungenschaft sei nun aber in Gefahr.

"Überall auf diesem Kontinent machen sich die Spalter und die Ultranationalisten wieder breit", sagte er im Plenum in Straßburg. "Mit aller Kraft werde ich mich jedenfalls auch künftig gegen diesen Hass stellen, egal von welcher Stelle aus." An die Abgeordneten gerichtet, sagte er: "Ich war ganz sicher kein bequemer und auch kein einfacher Präsident."

Schulz wird sein Amt nach fünf Jahren abgegeben. Er hatte Ende November angekündigt, in die Bundespolitik zu wechseln. Er gilt als möglicher Kanzlerkandidat der SPD. Wer am 17. Januar in Straßburg zu seinem Nachfolger gewählt wird, ist noch unklar. Derzeit bringen die Fraktionen ihre Kandidaten in Stellung. Keine Partei kann ohne die Unterstützung anderer Parteien ihren Kandidaten sicher durchsetzen. Am Montag vor der Wahl soll Schulz ein letztes Mal die Plenarwoche in Straßburg eröffnen.

Quelle: ntv.de, vni/dpa/afp