Politik

Er sprach angeblich nie vom Bruch Seehofer rudert zurück

35qc2034.jpg3889645054087567476.jpg

Seehofer: "Das hat mit der Koalition überhaupt nichts zu tun."

(Foto: dpa)

Harsche Kritik an Parteikollegen, vehementes Beharren auf bayerischen Interessen - CSU-Chef Seehofers öffentliche Auftritte sorgen immer wieder für Aufsehen. Seine jüngste Drohung, wegen der Eurokrise den Koalitionsbruch zu riskieren, relativiert er jetzt aber. Vielleicht auch, weil sein konfrontativer Kurs bei den Wählern kaum ankommt.

Scheinbar spricht der gesamte Berliner Politikbetrieb über Horst Seehofers Drohung, die schwarz-gelbe Koalition zerbrechen zu lassen. Doch angeblich hat er diese Drohung nie ausgesprochen. Das sagt jetzt zumindest Seehofer selbst. Er habe das Wort Koalitionsbruch nie in den Mund genommen, und er habe auch nicht die Absicht, dies zu tun, sagte der CSU-Vorsitzende. Derartige Äußerungen seien ihm in den Mund gelegt worden.

Seehofer sagte am Vortag in einem Interview mit der Zeitschrift "Stern" zur Euro-Krise, die CSU könne in der Zukunft weitere Hilfszusagen an Schuldenstaaten ohne Auflagen nicht mittragen. Ohne CSU habe die Koalition keine Mehrheit. Das war in CSU, FDP und Seehofer droht mit Bruch Seehofer sagte jetzt dazu: "Das hat mit der Koalition überhaupt nichts zu tun, sondern darum, welche Grundüberzeugungen haben wir bei der Stabilisierung der Währung. Und was tragen wir mit, und was tragen wir nicht mit."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprang Seehofer zur Seite. Nach seinem Eindruck habe der bayerische Ministerpräsident die schwarz-gelbe Koalition nicht infrage stellt. Interviews könnten auch "verzerrt" dargestellt werden.

Seehofer steht allerdings schon seit Wochen unter dem Verdacht, mit polternden Äußerungen und Angriffen auch auf Politiker aus den eigenen Reihen auf Wählerfang für sich und seine CSU zu gehen. Beispiele sind sein vehementer Kampf für das Betreuungsgeld und sein Kritik an der viel zu "zähen" Regierungsarbeit von Schwarz-Gelb "Seehofer hat Angst"

CSU weit entfernt von absoluter Mehrheit

Dass Seehofer seine umstrittenen Aussagen anders als zuvor relativiert, könnte auch an den jüngsten Umfrageergebnissen liegen. Denn sollten Seehofers markige Auftritte tatsächlich Teil einer Strategie sein, ist sie wenig erfolgreich.

Die CSU ist in Bayern deutlich von jener absoluten Mehrheit entfernt, die für die Partei im Süden bisher als Messlatte galt. Nur 43 Prozent der Wahlberechtigten Bayern wollen die CSU wählen. Dies wäre für bayerische Verhältnisse ein ebenso herbes Ergebnis wie 2008, als die Partei 43,4 Prozent der Stimmen erhielt.

Auch Seehofer selbst kann nicht punkten. Er liegt in der Beliebtheitsskala nur wenige Punkte vor seinem Herausforderer von der SPD, dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Könnten die Bayern ihren Landesvater direkt wählen, würden sich der Umfrage zufolge 44 Prozent für Seehofer entscheiden, 39 Prozent für Ude. Ein Desaster für CSU-Verhältnisse.

Quelle: n-tv.de, ieh/dpa/rts

Mehr zum Thema