Politik

"Partei des alten, weißen Mannes" Spahn will CDU weniger spießig machen

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Jens Spahn ist mit 35 Jahren einer der Jüngsten im CDU-Präsidium.

(Foto: dpa)

Die CDU soll jugendlicher, multimedial und in ihrem Wahlprogramm für jeden verständlich werden. Um das zu unterstreichen, wirbt einer der Jüngsten aus der Führungsriege für das Papier "Meine CDU 2017". Zielgruppe: Frauen, Zuwanderer, Junge.

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat mit Blick auf die geplante Reform seiner Partei für ein knappes, klar verständliches Wahlprogramm "auf zehn Seiten" geworben. "Politik ist oft zu kleinteilig, zu detailversessen", sagte Spahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Ein Wahlprogramm auf zehn Seiten, das würden viel mehr Menschen verstehen." Politik gehe alle an und nicht nur "die da oben", hob der 35-Jährige hervor.

Spahn und CDU-Generalsekretär Peter Tauber stellen heute das Papier der Kommission "Meine CDU 2017" vor. Mit der Parteireform, die zunächst vom Parteivorstand und im Dezember dann vom Bundesparteitag beschlossen werden soll, möchte die CDU attraktiver werden für junge Menschen, Frauen und Zuwanderer. Zudem soll die CDU zu einer "Mitmach- und Online-Partei" werden.

Die CDU werde oft als die "Partei des alten, weißen Mannes wahrgenommen", sagte Spahn. Dies sei aber "Quatsch". Spahn, der auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, wandte sich gegen "Denk- und Sprechverbote, die die deutschen Debatten prägen". Wer mit der Burka ein Problem habe, sei nicht islamophob, betonte Spahn. "Der Diskursraum in Deutschland verengt sich immer weiter, immer mehr 'darf' nicht gesagt werden und immer mehr Menschen finden sich in diesem Korrekt-Sprech nicht wieder", kritisierte Spahn. Die CDU müsse eine debattierende Partei werden.

Spahn sagte weiter, anders als der Koalitionspartner SPD wolle die CDU nicht über Theorien diskutieren, sondern "das Leben der Menschen konkret besser machen". "Wir wollen erfolgreich bleiben", gab Spahn die Marschroute vor. "Also wollen wir nicht wie die SPD werden." Ihm sei eine Partei lieber, die gestalten wolle, als eine, die sich über Konzepte streite, die am Ende keiner wolle.

Quelle: n-tv.de, nsc/AFP