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Bürgerkriegs-Opfer gesucht Spanien exhumiert zehntausende Leichen

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Es soll eine DNA-Datenbank der Opfer angelegt werden, um deren Identifizierung zu ermöglichen.

(Foto: picture alliance / Jorge Sanz/Pa)

Mehr als 100.000 Vermisste aus dem Bürgerkrieg und der Franco-Diktatur liegen noch immer in Sammelgräbern. Nun will Spanien sie exhumieren und ihnen ein angemessenes Gedenken verschaffen. Nicht alle befürworten die Aktion.

In Spanien sollen zehntausende Opfer des Bürgerkrieges und der Franco-Diktatur aus Massengräber exhumiert und ihnen ein würdevolles Gedenken verschafft werden. Die sozialistische Regierung verabschiedete in Madrid einen Gesetzentwurf, der die staatliche Finanzierung der Exhumierungen vorsieht. Nach Schätzungen von Historikern und Opferverbänden liegen noch mehr als 100.000 Vermisste in Sammelgräbern.

Dem Gesetzentwurf zum "demokratischen Gedenken" zufolge liegt die Suche nach den Vermissten künftig in "staatlicher Verantwortung", wie die Regierung mitteilte. Von den 750.000 Euro für das Projekt für das Jahr 2020 sind 60 Prozent für die Suche nach den Vermissten veranschlagt.

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Es soll eine Karte mit allen Massengräbern erstellt und eine DNA-Datenbank der Opfer angelegt werden, um deren Identifizierung zu ermöglichen. "Das Gedenken, die Gerechtigkeit und die Wiedergutmachung müssen Aufgaben des Staates sein", erklärte Regierungschef Pedro Sánchez.

Fast 45 Jahre nach dem Ende der Franco-Diktatur in Spanien spalten die Erinnerungen immer noch Teile des Landes. Die Rechte wirft der linksgerichteten Regierung vor, durch ihr Vorgehen die Wunden der Vergangenheit wieder aufreißen zu wollen. Der beschlossene Gesetzentwurf sieht auch vor, dass das monumentale Mausoleum für Franco in der Nähe von Madrid zu einer neuen Gedenkstätte umgewandelt wird, die nicht mehr der Verherrlichung der Franco-Zeit dient.

Quelle: ntv.de, can/AFP