Politik

Polizeieinsatz in Katalonien Spaniens Regierung "bedauert" die Gewalt

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Die spanische Polizei ging massiv gegen die Wähler vor.

(Foto: AP)

Die Zentralregierung in Madrid entschuldigt sich bei den Katalanen für die Gewalt beim Polizeieinsatz während des Referendums zur Unabhänigkeit der Autonomieregion. In den Straßen und vor den Wahllokalen waren Hunderte Menschen verletzt worden.

Die spanische Regierung hat sich für die Verletzten durch Polizeigewalt beim Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien entschuldigt. Er "bedauere" die Verletzungen und bitte im Namen der Polizisten um Entschuldigung, sagte der Vertreter der spanischen Zentralregierung für Katalonien, Enric Millo, dem katalanischen Fernsehsender TV3. Bei Zusammenstößen mit der spanischen Polizei waren am Sonntag Hunderte Menschen verletzt worden.

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Die katalanischen Gesundheitsbehörden sprachen von mehr als 840 Menschen, die sich wegen der Polizeieinsätze medizinisch behandeln lassen mussten. Ein Mensch erlitt demnach eine schwere Augenverletzung. In Lleida habe zudem ein Mann während eines Polizeieinsatzes einen Herzinfarkt erlitten. Laut spanischem Innenministerium wurden auch 33 Polizisten medizinisch versorgt.

"Ich weiß, dass Menschen Schläge und Stöße abbekommen haben", sagte Millo. "Ein Mensch ist noch im Krankenhaus." Die Zentralregierung hatte mit einem großen Polizeiaufgebot versucht, die Abstimmung über eine Unabhängigkeit Kataloniens zu verhindern. Polizisten schlossen Wahllokale, beschlagnahmten Abstimmungsunterlagen und hinderten Menschen mit Schlagstöcken und Gummigeschossen an der Stimmabgabe.

Puigdemont will am Dienstag reden

Trotzdem ließen sich Tausende Katalanen nicht von der Abstimmung fernhalten. Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer stimmte am 1. Oktober bei dem Referendum für eine Trennung von Spanien. Allerdings gingen nur 42 Prozent der 5,3 Millionen Wahlberechtigten zu den Urnen.

Unterdessen will der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, am Dienstag vor dem Parlament in Barcelona Stellung zur "aktuellen politischen Lage" beziehen. Er habe diese Entscheidung getroffen, nachdem das Verfassungsgericht eine geplante Plenarsitzung am Montag untersagt hatte, berichteten spanische Medien unter Berufung auf Parlamentskreise.

Quelle: n-tv.de, wne/jug/dpa/AFP

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