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Die Allianz griff wohl auch mit Apache-Helikoptern Hudaida an (Archivbild, es gibt keine aktuellen Fotos aus dem Kriegsgebiet).
Die Allianz griff wohl auch mit Apache-Helikoptern Hudaida an (Archivbild, es gibt keine aktuellen Fotos aus dem Kriegsgebiet).(Foto: REUTERS)
Freitag, 15. Juni 2018

Blutige Offensive im Jemen: Sturm auf Hudaida fordert viele Opfer

Jemenitische Regierungstruppen stoßen am zweiten Tag ihrer Offensive auf Hudaida auf schweren Widerstand: Kampflos wollen die Huthi-Rebellen die strategisch wichtige Hafenstadt nicht aufgeben. Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung.

Am zweiten Tag ihrer Offensive auf die strategisch wichtige Hafenstadt Hudaida im Jemen sind Regierungstruppen und deren Verbündete erneut auf zähe Gegenwehr der Rebellen getroffen. Nach Angaben von Ärzten wurden mindestens 30 Huthi-Rebellen und neun regierungstreue Kämpfer getötet. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition attackierte Rebellenstellungen aus der Luft. Der UN-Sicherheitsrat forderte die Konfliktparteien auf, den für den Jemen wichtigen Hafen Hudaida offen zu halten.

Es habe am Donnerstag zwei "feindliche Luftangriffe" auf Gebiete nahe der Stadt gegeben, erklärten die Huthi-Rebellen über ihren Fernsehsender Al-Masirah. Militärangaben zufolge setzte die Koalition auch drei Kampfhubschrauber vom Typ Apache ein. Bereits am Mittwoch hatte die Allianz nach Angaben aus Militärkreisen 18 Luftangriffe auf Huthi-Stellungen in den Vororten Hudaidas geflogen. Nach Angaben von Medizinern wurden dabei 22 Huthi-Kämpfer getötet.

Der Hafen von Hudaida war weiterhin geöffnet, wie die Hafendirektion mitteilte. Es lägen weiter mehrere Schiffe im Hafen und weitere warteten auf Einfahrt, sagte Hafenchef Dawud Fadel. Über den Hafen wird ein Großteil der humanitären Hilfe für das Not leidende Land angeliefert. Die Huthi-Rebellen hatten am Mittwoch erklärt, zwei Schiffe der Allianz an der Küste von Hudaida beschossen und eines davon getroffen zu haben.

Seit Beginn des Konflikts im Jemen wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 10.000 Menschen getötet und mehr als 55.000 weitere verletzt. Außerdem starben mehr als 2200 Menschen an Cholera. Die UNO beschreibt die humanitäre Krise im Jemen als die derzeit größte weltweit. 8,4 Millionen Menschen sind demnach von einer Hungersnot bedroht.

Quelle: n-tv.de