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Homs wird aufgegeben Rebellen machen Platz für Assad

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Die einst quirlige Provinzstadt Homs ist nach zweieinhalb Jahren ununterbrochener Kämpfe buchstäblich ein Trümmerfeld.

(Foto: REUTERS)

Um die syrische Stadt Homs kämpfen Rebellen und das Assad-Regime mehr als zwei Jahre lang ohne Rücksicht auf Verluste. Jetzt beginnt ein hart ausgehandelter Abzug der Rebellen. Sie dürfen angeblich abziehen und müssen dafür Gefangene freilassen.

Syrische Rebellen haben die belagerte Altstadt v on Homs nach zwei Jahren verlassen. Das Gebiet wurde zu einem Symbol für den Widerstand gegen Präsident Baschar al-Assad. Revolutionäre schrieben auf Twitter unter dem Stichwort "Trauriger Mittwoch" über den Abzug.

Arabische Medien meldeten unter Berufung auf Oppositionelle, die ersten drei Busse mit 120 Kämpfern und Zivilisten seien am Morgen in Richtung Norden abgefahren. Seit über einem Jahr war die Provinzstadt von Regierungstruppen belagert worden. Anfang Februar durften bereits viele Zivilisten Homs verlassen.

Die Stadt in Zentralsyrien ist unter anderem als Knotenpunkt von Fernstraßen von strategischer Bedeutung für die Konfliktparteien. So führen etwa wichtige Straßen von Damaskus in Richtung der hauptsächlich von Alawiten bewohnten Mittelmeerregion um Latakiya, wo auch der Assad-Clan herstammt, direkt durch Homs. Vor dem Krieg war in der Stadt auch ein wichtiger Umsteigebahnhof für Busreisende im Land.

Staatsagentur: "Erster Schritt zur Versöhnung"

Die Rebellen hatten zuvor eine Vereinbarung über eine lokale Waffenruhe mit dem Regime getroffen. Teil der Vereinbarung ist dem Vernehmen nach auch die Freilassung von gefangenen Assad-Anhängern durch die Rebellen. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sollen die Rebellen auch ihre Blockade der beiden schiitischen Ortschaften Nebl und Al-Sahra in der Provinz Aleppo lockern.

In den völlig zerstörten Altstadt-Vierteln, die von den Regierungstruppen mehr als zwei Jahre lang belagert worden waren, hatte es zuletzt kaum noch Nahrungsmittel und medizinische Hilfe gegeben. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana bezeichnete den Abzug der Rebellen als ersten Schritt auf dem Weg zur Versöhnung in der Stadt.

Die US-Regierung hat dem Regime mehrfach vorgeworfen, es hungere die Bevölkerung in den von Rebellen kontrollierten Gebieten als Teil seiner Kriegstaktik aus.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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