Politik

Hisbollah kämpft an der Seite Assads Syrienkrieg greift auf Region über

Bisher kämpften sunnitische Rebellen gegen die alawitischen Truppen von Machthaber Assad in Syrien gegeneinander. Nun, mit der offiziellen Einmischung der libanesischen Hisbollah, wird aus dem Bürgerkrieg ein Regionalkonflikt - mit unabsehbaren Folgen, wie Uno und Arabische Liga befürchten.

Die Hisbollah mischt sich zunehmend in den syrischen Bürgerkrieg ein und löst damit international Besorgnis aus. Die libanesische islamistische Miliz unterstützt Assads Soldaten im Kampf gegen die Rebellen. Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah hatte das am Wochenende erstmals öffentlich bestätigt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich über diese Entwicklung "zutiefst beunruhigt". Er rief alle Nachbarstaaten sowie Gruppen außerhalb des Landes dazu auf, "die Unterstützung der Gewalt in Syrien einzustellen".

Auch die Arabische Liga forderte die schiitische Hisbollah-Miliz auf, sich aus dem Konflikt herauszuhalten. Zugleich verurteilte der Generalsekretär der Organisation, Nabil al-Araby, einen Raketenangriff auf ein schiitisches Viertel in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Er kritisierte zudem die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in der nordlibanesischen Stadt Tripoli.

Angriff auf Hisbollah-Hochburg

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Die syrischen Rebellen haben sich bislang nicht offiziell zu dem Raketenbeschuss Beiruts bekannt.

(Foto: dpa)

Al-Araby rief die Anführer der Hisbollah auf, ihre Haltung zu überprüfen und sich nicht an dem Töten in Syrien zu beteiligen. Der einzige Weg, den Libanon zu schützen, sei seine Einheit zu schützen, so al-Araby. Der Raketenangriff auf Beirut und die Krawalle in Tripoli, bei denen vergangene Woche 25 Menschen starben, seien inakzeptabel und zerstörerisch.

Mit der Einmischung der Hisbollah greift der Syrien-Krieg auf das Nachbarland Libanon über. Nach der Bestätigung der Hisbollah, sich auf Seiten Assads zu beteiligen, wurde ein Wohnhaus unweit der Hisbollah-Hochburg in Beirut von Raketen getroffen. Zwar bekannte sich zunächst niemand zu dem Angriff. Ein Vertreter der syrischen Rebellen wertete den Beschuss jedoch als Warnung an die schiitische Bewegung, sich aus dem Konflikt in Syrien herauszuhalten.

Im nordlibanesischen Tripoli war die Gewalt zwischen Sunniten und Alawiten entbrannt. Diese beiden Bevölkerungsgruppen stehen auch im Zentrum des syrischen Bürgerkrieges. Während der Aufstand der Rebellen vorwiegend von Sunniten getragen wird, gehört Assad zur Minderheit der Alawiten, die aus den Schiiten hervorgegangen sind.

Angeblich Hisbollah-Rakete auf Israel gefeuert

Aus dem südlichen Libanon wurde nun auch eine Rakete auf Israel abgefeuert - vermutlich von der Hisbollah. Ein Sprecher der libanesischen Sicherheitskräfte bestätigte entsprechende Medienberichte. An der Untersuchung des Vorfalls seien auch Angehörige der UN-Beobachtertruppe Unifil beteiligt.

Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, wurde die Rakete nahe der südlibanesischen Ortschaft Mardschajun abgefeuert. Wo sie einschlug, ist nicht bekannt.

Das israelische Militär konnte jedoch zunächst keinen Einschlag bestätigen. Eine Sprecherin in Tel Aviv sagte, Einwohner von Metulla nördlich von Kiriat Schmona hätten eine laute Explosion gehört. Soldaten durchkämmten das Gebiet weiter auf der Suche nach möglichen Raketenüberresten.

Während des Libanonkriegs von 2006 hatte die libanesische Hisbollah-Miliz Israel mit Tausenden Raketen beschossen. Seit Ende der Kämpfe blieb die Grenze jedoch überwiegend ruhig.

Quelle: n-tv.de, jog/rts/AFP

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