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"Sie rufen 'We want Trump!'" Trump glaubt, dass "Gelbwesten" ihn feiern

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Die Franzosen wollen Trump, sagt Trump. Die Franzosen sagen: Nö.

dpa

US-Präsident Trump hat seine ganz eigene Interpretation der Proteste in Paris. Er glaubt, die Demos richteten sich gegen das Pariser Klimaabkommen - und unterstützten folglich seine Politik. Die Antwort aus Frankreich lässt nicht lange auf sich warten.

Zehntausende Demonstranten sind in ganz Frankreich auf die Straße gegangen, und US-Präsident Donald Trump will den eigentlichen Grund dafür herausgefunden haben. Die "Gelbwesten" protestieren laut Trump gegen das Pariser Klimaabkommen - und feiern seine eigene klimafeindliche Politik.

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"Das Pariser Abkommen läuft nicht so gut für Paris. Proteste und Aufstände in ganz Frankreich", twitterte Trump. "Die Menschen wollen keine Unsummen zahlen, (...) um vielleicht die Umwelt zu schützen". Ein Großteil davon fließe zudem an Drittweltstaaten mit zweifelhaften Regierungen. Die Demonstranten würden deshalb "Wir wollen Trump!", skandieren, schrieb der Präsident in seinem Tweet und bekundete seine Liebe zu Frankreich.

Belege dafür lieferte Trump nicht - erhielt als Antwort aber Unmengen Tweets aus seinem neuen Lieblingsland. Die stellen allerdings klar, dass es die Rufe nicht gegeben habe, die Franzosen so gar keine Lust auf Trump hätten und dieser doch bitte "weit weit weg" bleiben möge. Ein im Netz kursierendes vermeintliches Video der Trump-Rufe entpuppte sich dann auch als Szene von einer rechtsextremen Demonstration im Sommer in London.

Protest richtet sich nicht gegen Klimaabkommen

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump die Proteste als Bestätigung seiner Klimapolitik und Breitseite gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nutzt: Als Macron am Dienstag infolge der Proteste die geplante Erhöhung der Ökosteuer aussetzte, twitterte Trump hämisch, er sei froh, dass Macron und die Franzosen "zur selben Schlussfolgerung gekommen sind wie ich vor zwei Jahren". 

Der US-Präsident hatte im Juni 2017 den Austritt der Vereinigten Staaten aus dem Klimaabkommen angekündigt und damit weltweit bei Regierungschefs und Umweltschützern für Fassungslosigkeit gesorgt. Zu seinen scharfen Kritikern gehörte damals auch Macron. Allen wissenschaftlichen Studien zum Trotz bezweifelt Trump, dass die Erderwärmung hauptsächlich durch den Menschen verursacht wird.

Bei den landesweiten Protesten in Frankreich steht allerdings nicht die Klimapolitik im Mittelpunkt. Der von der geplanten Erhöhung der Ökosteuer ausgelösten Demonstrationen zielen mittlerweile auf allgemeine Steuersenkungen, höhere Renten und Löhne. Zudem fordern die Demonstranten den Rücktritt von Präsident Macron.

Quelle: n-tv.de, ftü

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