Politik

Kein dritter Kandidat Trump schwört Republikanern die Treue

Die Republikaner haben vorerst eine Sorge weniger: Donald Trump verspricht, auf einen Alleingang zu verzichten, falls er im Vorwahlkampf verliert. Schließlich könnte das sonst den Demokraten in die Hände spielen. Doch was ist das Wort von "The Donald" wert?

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump will nicht als unabhängiger Kandidat in den Wahlkampf ziehen. Trump unterzeichnete eine entsprechende Erklärung der republikanischen Partei. Darin verpflichtet er sich, jeden republikanischen Bewerber zu unterstützen, wenn er die Vorwahlen nicht selbst gewinnen sollte. Allerdings machte er deutlich: "Für einen Sieg der Republikaner ist es das Beste, wenn ich die Nominierung gewinne."

Die Republikaner hatten am Mittwoch die Präsidentschaftsbewerber um einen entsprechenden Treue-Eid gebeten, der klar auf Trump abzielte. In mehreren Bundesstaaten hatten Republikaner angekündigt, nur jene Bewerber zu den Vorwahlen zuzulassen, die eine spätere Kandidatur gegen die Partei ausschließen.

Unter den republikanischen Bewerbern führt der milliardenschwere Unternehmer derzeit die Umfragen an. Parteistrategen fürchten, dass eine unabhängige Kandidatur Trumps einem republikanischen Kandidaten bei den Wahlen im November 2016 die notwendigen Stimmen zum Sieg nehmen und letztlich zum Wahlerfolg der Demokraten führen könnte.

Bei der ersten TV-Debatte der zehn Spitzenkandidaten hatte sich Trump ein unabhängiges Rennen ums Weiße Haus als einziger noch offen gehalten. Auch in einem Interview mit der Zeitung "The Hill" hatte der Milliardär erklärt, eine Kandidatur auf eigene Faust sei "absolut" eine Option, sollte ihn die Parteiführung der Republikaner nicht "fair" behandeln.

"Nur dem Volk verpflichtet"

Es ist nicht sicher, wie viel die Erklärung Trumps wert ist, gilt der Unternehmer doch als sehr flexibel in seinen Meinungen und Ansichten. Auf die Frage, was er für die jetzt abgegebene Erklärung bekommen habe, sagte Trump: "Nichts. Ich habe gar nichts dafür bekommen." Er fügte hinzu: "Ich werde von niemand anderem kontrolliert als vom Volk der Vereinigten Staaten von Amerika."

Das republikanische Establishment sieht den Höhenflug des schillernden Immobilienmagnaten in den Umfragen mit Unbehagen und fürchtet, dass Trump mit seinem schroffen Stil moderate Wähler und Latinos verschrecken könnte. Schließlich bezeichnete er mexikanische Migranten pauschal als "Vergewaltiger". Zu Beginn seines Wahlkampfes tauschte der Geschäftsmann mit führenden Vertretern der Republikaner derbe Beleidigungen aus, mittlerweile hat sich der Ton aber gemäßigt.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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