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Mehr als 200 getötete Islamisten Tschads Armee drängt Boko Haram zurück

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Dieses Archivfoto zeigt einen nigerianischen Soldaten in der Nähe des umkämpften Gebietes.

(Foto: AP)

Erst seit einem Tag operieren tschadische Truppen auf dem Gebiet des Nachbarlandes Nigeria, schon können sie handfeste Erfolge im Kampf gegen Boko Haram vorweisen. Notgedrungen starten die Islamisten eine Gegenoffensive - und scheitern.

In den ersten Gefechten der tschadischen Armee gegen die Islamistengruppe Boko Haram auf nigerianischem Boden sind nach Militärangaben etwa 200 islamistische Kämpfer getötet worden. Wie der tschadische Generalstab mitteilte, starben bei den Kämpfen in der nigerianischen Grenzstadt Gamboru am Vortag zudem neun tschadische Soldaten. Die Islamisten starteten unterdessen notgedrungen eine Gegenoffensive in Kamerun.

Die Zahl der toten Boko-Haram-Kämpfer könne noch steigen, weil Gamboru noch durchkämmt werde, hieß es seitens des tschadischen Generalstabs. Nach Angaben aus kamerunischen Sicherheitskreisen flohen Kämpfer der Islamisten wegen der Gefechte über die Grenze nach Kamerun. Dort wurden sie in der Stadt Fotokol von der kamerunischen Armee und tschadischen Soldaten heftig bekämpft. Gegen Mittag kehrte allmählich Ruhe ein.

Einwohner berichteten, Boko-Haram-Kämpfer hätten Zivilisten die Kehle durchgeschnitten und die Hauptmoschee der kamerunischen Grenzstadt in Brand gesetzt. "Sie zündeten Häuser an und töteten Zivilisten und Soldaten", hieß es auch aus Sicherheitskreisen.

Keine Verletzung der "territorialen Integrität"

Im Kampf gegen Boko Haram war die tschadische Armee am Dienstag erstmals von Kamerun aus auf das Gebiet Nigerias vorgedrungen. Nach tagelangen Luftangriffen auf mutmaßliche Stellungen der Rebellen in Gamboru überquerten etwa 2000 tschadische Soldaten den Grenzfluss. Zudem wurden auch an der Grenze zwischen dem Niger und Nigeria tschadische Truppen zusammengezogen.

Für die nigerianische Armee, der es bisher nicht gelang, Boko Haram Herr zu werden, bedeutet die Präsenz tschadischer Soldaten in Nigeria nach eigenen Angaben keine Verletzung der territorialen Integrität des Landes.

Nicht ausgeschlossen wurde ein bevorstehender Angriff tschadischer Tuppen auf den von Boko Haram kontrollierten nigerianischen Ort Malam Fatori auf der anderen Seite des Flusses. Die dort postierten islamistischen Kämpfer verfügen Augenzeugenberichten zufolge über Flugabwehrbatterien, die auf offene Kleintransporter montiert sind.

Die jüngsten Offensiven erfolgen kurz vor der nigerianischen Präsidentschaftswahl am 14. Februar, bei der Staatschef Goodluck Jonathan auf eine Wiederwahl hofft. Der Präsident entging am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung im Stadion von Gombe nur knapp einem Attentat.

Quelle: ntv.de, jve/AFP