Politik

Brisanter Zwischenfall im Luftraum Türkei fängt russischen Kampfjet ab

Russischer Kampfjets über Syrien: Im Bild ein  zweisitziger Jagdbomber vom Typ Su-34.

Ein zweisitziger russischer Jagdbomber vom Typ Su-34.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Die Nato zeigt sich verärgert: Mit Luftschlägen greift Russland in den syrischen Bürgerkrieg ein. Dabei kommt es es offenbar auch zu einer gefährlichen Begegnung im türkischen Luftraum.

Türkische Jagdflugzeuge haben an der Grenze zu Syrien einen russischen Kampfjet abgefangen, der nach Angaben aus Ankara in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Das russische Kampfflugzeug sei am Samstag zur Umkehr gezwungen worden, teilte das Außenministerium in der türkischen Hauptstadt Ankara mit. Die gefährliche Begegnung zwischen türkischen Abfangjägern und einem nicht näher bezeichneten Kampfjet der russischen Streitkräfte habe sich in der Grenzregion Hatay ereignet.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte die "inakzeptablen Verletzungen" des türkischen Luftraums durch den russischen Kampfjet. Nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Feridun Sinirlioglu hieß es in einer Erklärung: "Russlands Verhalten trägt nicht zur Sicherheit und Stabilität in der Region bei. Ich fordere Russland auf, den Luftraum der Nato zu respektieren und eine Eskalation mit der Allianz zu vermeiden". Vielmehr solle Russland den internationalen Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer staat (IS) unterstützen.

Russland bestätigte den Vorfall. Es habe eine Verletzung des türkischen Luftraums durch ein russisches Kampfflugzeug gegeben, sagte ein Sprecher der russischen Botschaft in Ankara. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte in Moskau, dem russischen Botschafter sei vom türkischen Außenministerium eine Protestnote übergeben worden.

Von türkischer Seite hieß es, der russische Botschafter in Ankara sei einbestellt worden, um ihm den "scharfen Protest" der Regierung zu übermitteln. Russland wurde ausdrücklich davor gewarnt, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen dürfe. Andernfalls müsste die Regierung in Moskau selbst die Verantwortung für "nicht gewollte Ereignisse" tragen. Im Klartext: Das türkische Militär könnte notfalls das Feuer auf eindringende russische Kampfjets eröffnen.

Kampfjets über Syrien

Russland fliegt seit Mitte vergangene Woche zur Unterstützung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Luftangriffe auf Stellungen des IS und der Al-Nusra-Front sowie andere islamistische Rebellen. Damit wird es im Luftraum über dem syrischen Kriegsgebiet enger: Seit mehr als einem Jahr fliegt dort eine westlich-arabische Militärallianz unter Führung der USA Angriffe auf die Extremisten.

Die USA und ihre Partner wollen damit die Anti-Assad-Rebellen unterstützen und vor allem den Vormarsch des IS aufhalten. Es wird befürchtet, dass es ohne eine genaue Koordination der Einsätze im Luftraum über Syrien zu einem gefährlichen Aufeinandertreffen zwischen bewaffneten Einheiten der US-Allianz und russischen Kampfflugzeugen kommen könnte.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/dpa