US-Wahl

Wollte der Konservative "offene Ehe"? Gingrich windet sich live im TV

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"Diese Geschichte ist falsch", behauptet Newt Gingrich, als er im Fernsehen auf die Aussagen seiner Ex-Frau angesprochen wird.

(Foto: REUTERS)

Kurz vor der Vorwahl der Republikaner in South Carolina bekommt der Kandidat Gingrich wieder Oberwasser: Perry gibt auf und stellt sich hinter ihn. Und Konkurrent Romney hat in Iowa offenbar doch nicht gewonnen. Wenn da bloß nicht Gingrichs Ex-Frau wäre, die Delikates erzählt.

Die neuesten Umfragen

Republikanische Kandidaten

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Mitt Romney: 34 Prozent
Rick Santorum: 24 Prozent
Newt Gingrich: 17 Prozent
Ron Paul: 8 Prozent
 

Stand: 11. Februar 2012

Quelle: Gallup

In einer TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber kurz vor der wichtigen Vorwahl in South Carolina hat sich Newt Gingrich erneut gegen Angaben seiner zweiten Ex-Frau zur Wehr gesetzt. "Diese Geschichte ist falsch", sagte der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses in der Diskussion. Er bezog sich auf ein Interview seiner zweiten Ehefrau Marianne Gingrich mit dem Sender ABC, in dem sie berichtete, ihr Ex-Mann habe sie um eine "offene Ehe" gebeten, um seine Affäre weiterführen zu können.

Gingrich hatte damals eine Affäre mit der Kongress-Mitarbeiterin Callista Bisek, die mittlerweile seine dritte Ehefrau ist. In der TV-Debatte sagte er, alle seine Freunde, die damals sein Eheleben mitbekommen hätten, könnten bestätigen, dass die Angaben falsch seien. Der Politiker warf den Medien vor, das Interview mit seiner Ex-Frau auszuschlachten und beschuldigte ABC, "alle republikanischen Kandidaten angreifen" zu wollen. "Ich habe genug von diesen elitären Medien, die Barack Obama schützen, indem sie die Republikaner angreifen", sagte Gingrich, der zuvor im Sender NBC auf die Angriffe seiner Ex-Frau reagiert hatte.

Gingrich versucht auf Angriff umzuschalten

Im Verlauf der TV-Debatte griff Gingrich auch den derzeit aussichtsreichsten Bewerber der Republikaner, Mitt Romney, scharf an. Gingrich forderte den Ex-Gouverneur von Massachusetts auf, seine Steuerunterlagen offen zu legen. Romney hatte eingeräumt, nur rund 15 Prozent Einkommensteuer zu zahlen. Romney, dem ein Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar nachgesagt wird, will seine Unterlagen bis April offenlegen. Gingrich selbst veröffentlichte seine Steuerpapiere kurz vor der TV-Debatte.

Er werde sich "nicht dafür entschuldigen, erfolgreich zu sein", sagte Romney unter dem Applaus des Publikums. Er wisse, dass Präsident Obama die Republikaner bei dem Thema angreifen werde, fügte Romney hinzu. "Aber wir werden ihm eintrichtern, dass es der Kapitalismus und die Freiheit sind, die Amerika stark machen."

Romney hatte die ersten beiden Vorwahlen der Republikaner in Iowa und New Hampshire gewonnen. Der vergleichsweise gemäßigte Republikaner führt auch im erzkonservativen South Carolina, wo am Samstag Vorwahlen stattfinden, die Umfragen an. Der Abstand zu Gingrich wird jedoch knapper. Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, zog sich inzwischen aus dem Rennen zurück und stellte sich hinter Gingrich. Weitere Kandidaten sind Rick Santorum und Ron Paul, denen jedoch kaum Chancen eingeräumt werden.

Quelle: ntv.de, AFP